Geschichte
Vom Fischerhaus zum modernen limnologischen Institut
Gründung
Im Frühjahr 1959 entschied das Kuratorium der Forschungsgemeinschaft der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, eine Forschungsstelle für Limnologie mit Hauptsitz in Jena und einer Außenstelle im ehemaligen Fischerhaus in Neuglobsow am Stechlinsee einzurichten. Ausgangsbasis war der Bau eines Kernkraftwerkes am Stechlinsee mit einem äußeren Kühlwasserkreislauf. Bereits damals war man sich bewusst, dass die Einleitung von erwärmtem Kühlwasser nicht ohne Folgen für die Biodiversität und den Stoffhaushalt des tiefsten Klaswassersees Nordostdeutschlands bleiben würde.
Verlust der Eigenständigkeit
Nachdem die wissenschaftliche Ausrichtung der Forschungsstelle bereits 1969 im Rahmen der Akademie-Reform auf Auftragsforschung umgestellt worden war, verlor sie wenige Jahre später auch ihre Eigenständigkeit. Als Abteilung Limnologie wurde sie 1972 in das Zentralinstitut für Mikrobiologie und Experimentelle Therapie (ZIMET) Jena der Akademie der Wissenschaften der DDR eingegliedert und bis Ende 1991 weitergeführt.
Die Wende
Anfang des Jahres 1989 wurde im ZIMET der Bereich Ökologie gegründet, in den auch die Außenstelle am Stechlinsee als Abteilung für Experimentelle Limnologie einging. Ihr vorrangiges Aufgabengebiet war nun, die Anpassungsstrategien aquatischer Lebensgemeinschaften auf unterschiedliche Umweltbedingungen sowie die ökologischen Auswirkungen in experimentell veränderten Seeökosystemen zu erforschen.
Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
Bereits wenige Jahre später, 1992, wurden insgesamt drei ehemalige Wasserforschungseinrichtungen der DDR zum Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) zusammengeschlossen. Dazu zählte auch die Forschungsstelle am Stechlinsee. Sie wurde dem IGB als Abteilung Limnologie Geschichteter Seen zugeordnet und umfasst zur Zeit sechs Arbeitsgruppen:
- Ökosystemprozesse
- Biodiversität und aquatische mikrobielle Ökologie
- Mikrobielle Ökologie der Sedimente
- Systematik und Ökologie des Phytoplanktons
- Gewässermanagement und Zooplanktonökologie
- Mikrobielle Genomik und Metagenomik
Heute ist das IGB eines der 87 Forschungsinstitute der Leibniz-Gemeinschaft, die vom Bund und den Ländern getragen werden und deutschlandweit Grundlagenforschung mit Anwendunggsbezug betreiben. Am Stechlinsee wurde im Jahr 2002 ein neues, mit modernen Geräten ausgestattetes Laborgebäude eingeweiht. Die denkmalgeschützte Alte Fischerhütte ist aber nicht nur in der Anschrift und auf Fotos erhalten, sondern wird nach ihrer Renovierung weiterhin zu Forschungszwecken genutzt.


