Großexperimente Fließgewässer
Das Hydroökologische Freilandexperimentalgerinne (HEFE) in der Spree ermöglicht in einzigartiger Weise die experimentelle Untersuchung hydrologischer, gewässerökologischer und angewandter Fragestellungen unter natürlichen Freilandbedingungen. Mittels eines Nadelwehrs kann die Strömungsgeschwindigkeit in den zwei je 350 m langen Teilgerinnen stufenlos verändert werden, und die Auswirkungen auf die jeweiligen Messgrößen als Differenz zur Situation im anderen Teilgerinne ermittelt werden, das als Referenz dient. In gleicher Weise können die Wirkungen von Habitatveränderungen untersucht werden. Das HEFE wurde 2010 mit Projektmitteln des BMBF in das bestehende Flussbett der Spree wenige Kilometer südöstlich Berlins eingebaut. Die Experimente profitieren von der gleichmäßigen Wasserführung der Spree, sowie von den natürlichen Randbedingungen hinsichtlich Strahlung, Temperatur, Fließverhalten und biologischer Besiedlung. Die dort erarbeiteten Ergebnisse sind somit nicht nur unter vereinfachten Laborbedingungen gültig, und dadurch unmittelbar in die Praxis übertragbar.
In der innovativen Einrichtung werden insbesondere für interdisziplinäre hydraulisch-ökologische Projekte bearbeitet, um Zusammenhänge hydraulischer und ökologischer Messgrößen in quantitativer und reproduzierbarer Weise darzustellen. So wird das HEFE etwa im Rahmen von Projekten, die durch das BMBF, die DFG ( Environmental Dynamics Laboratory in the Field ), die EU-Kommission ( SMART ) gefördert werden, zur systematischen Erweiterung unseres Wissens über Strukturbildung und Funktionalitäten in einem Flussökosystem genutzt. Die praxisnahen Ergebnisse erleichtern ihre Nutzung in der Gewässerbewirtschaftung.
Ein großes Informationsplakat gibt insbesondere Kanutouristen Auskunft über die Zweckbestimmung des HEFE. Der Bootsverkehr wird durch die jeweils freie Flusshälfte geleitet.



