13.06.2018 | Blitzlicht | Katharina Bunk

Forschung im Fluss

11 ForscherInnen und 300 Kilometer Fluss

Wasserprobenahme und Primärproduktionsmessungen in der Shushica, einem Zufluss der Vjosa weit im Osten, wo die Schneeschmelze schon lange vorüber ist. Große Felsen und kristallklares Wasser sind charakteristisch für diesen Fluss. | Foto: Lukas Thuile Bistarelli / IGB

Die Arbeitsgruppe Ökosystemökologie von Bächen und Flüssen hat in einer dreiwöchigen Messkampagne das komplette Flussnetzwerk der Vjosa in Albanien untersucht. Sie haben die Artenvielfalt von Periphyton, Bakterien und Wirbellosen ermittelt und Ökosystemfunktionen wie Enzymaktivitäten, Ökosystem-Metabolismus und Treibhausgasemissionen gemessen. Die Messungen sind Teil des ERC-finanzierten Starting Grants FLUFLUX, mit dem der Zusammenhang von Biodiversität und Ökosystemfunktionen in kompletten Flussnetzwerken erforscht werden soll.

Die Vjosa ist ein einzigartiges Untersuchungsobjekt für diese Forschungsfrage. Vom griechischen Pindosgebirge bis zur Adria sind die Wasserführung und der damit einhergehende Sedimenttransport ungehindert. So wurde eine dynamische Flusslandschaft geschaffen, die in dieser Größenordnung in Europa einmalig ist. Noch ist die Vjosa ein hydromorphologisch kaum veränderter Fluss und als wegweisendes Referenzsystem für ÖkologInnen in Renaturierungsprojekten von unschätzbarem Wert. Die Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe tragen idealerweise auch dazu bei, den Wert der Vjosa zu erkennen und den Bau der geplanten Wasserkraftwerke zu überdenken.

Die Messkampagne wurde von WissenschaftlerInnen der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt, der Eidg. Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung & Gewässerschutz (Eawag) in Zürich und der Universität von Tirana unterstützt.

Ansprechpartner

Gabriel Singer

Arbeitsgruppenleitung
Arbeitsgruppe
Ökosystemökologie von Bächen und Flüssen

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