Periphyton

„Mismatch“ zwischen Periphyton- und Makrophytenentwicklung im Frühjahr: entscheidend für die Wiederbesiedlung eutropher Flachseen mit submersen Makrophyten?

 

Submerse Makrophyten stabilisieren den Klarwasser-Zustand in Flachseen. Die Eutrophierung vieler Seen führte jedoch oft zu einem kompletten Verlust der Unterwasservegetation und einem Umschlag in den trüben, Phytoplankton-dominierten Zustand. Eine Wiederbesiedlung der Seen nach Re-oligotrophierung ist trotz erhöhter Lichtverfügbarkeit im Frühjahr oft nicht zu beobachten. Eine der Ursachen ist wahrscheinlich die beschattende Wirkung des Periphytons. Der Fischfraßdruck auf die Periphyton-abgrasenden Invertebraten ist ein potenzieller Kontrollmechanismus der Periphyton-Biomasse in eutrophen Seen. Der experimentelle Nachweis dieses Top-Down-Effektes auf das Periphyton und seiner Relevanz für die Wiederbesiedlung von Flachseen mit submersen Makrophyten fehlen jedoch bisher.

Wir planen eine Kombination aus Freiland- und Laborexperimenten sowie Modellierungen zur Aufklärung der Rolle der Periphyton-Beschattung für die Makrophytenentwicklung als Grundlage für ein nachhaltiges Management eutropher Flachseen. Der Fokus liegt auf dem in situ Nachweis der Top-Down-Kontrolle des Periphytons durch eine Fisch-Invertebraten-Kaskade, dem Beschattungseffekt zu Beginn der Makrophytenentwicklung im Frühjahr sowie dem Einfluss von Beginn und Dauer der Klarwasserphase und der Keimung der Überwinterungsstadien für die zeitliche Überlagerung von Periphyton- und Makrophytenentwicklung.

 

Projektleitung:

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

 

Projekt-Team am IGB:

Projektleitung: PD Dr. Sabine Hilt

Projektdurchführung: Dr. Munira Sultana

 

Laufzeit: März 2011 bis Februar 2013

 

Finanzierung: DFG