AQUACOSM

Internationales Netzwerk verbindet Infrastrukturen für experimentelle Meeres- und Binnengewässerforschung

Auch das Seelabor im Stechlinsee ist Teil des AQUACOSM-Netzwerkes. | Foto: HTW Dresden/ Oczipka

Obwohl Binnengewässer und Ozeane eng miteinander verbunden sind und Ökosystemprozesse global wirken, unterteilt sich die aquatische Forschung oft noch in voneinander getrennte Disziplinen: die Meereskunde und  die Limnologie. Dies hat zur Folge, dass Projekte nicht ausreichend international kooperieren, experimentelle Forschung häufig zu lokal ausgerichtet ist und  mögliche gemeinsame Finanzierungsquellen nicht erschlossen werden.

Das Projekt AQUACOSM soll hier Abhilfe  schaffen, indem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Süßwasser­ und Meeresforschung ein integriertes, internationales Netzwerk experimenteller Infrastrukturen aufbauen. Dies soll dazu dienen Forschungsprojekte künftig besser zu koordinieren, gemeinsam bewährte Praktiken zu entwickeln und sowohl die Mesokosmen-Anlagen der Süßwasser­ als auch der Meeresforschungsinstitute für internationale, disziplinübergreifende Mitwirkung zu öffnen. In Mesokosmen werden große Volumina natürlichen Wassers experimentell eingeschlossen und manipuliert. Dadurch können einzelne und kombinierte Effekte verschiedener Stressfaktoren auf ganze Ökosysteme über Wochen bis hin zu Jahren erfasst werden. Mit dieser Methode lassen sich derzeit am realistischsten Einflüsse zukünftiger Umweltveränderungen auf aquatische Ökosysteme untersuchen. Die gewonnenen Ergebnisse  werden mit Prognosen aus Langzeitdatenreihen und Modellen verglichen. Aus der Kombination der verschiedenen Ansätze können anschließend Rückschlüsse für das künftige Management unserer Gewässer abgeleitet werden.

AQUACOSM bietet zusätzlich die Möglichkeit die Auswirkungen von Stressfaktoren in unterschiedlichen klimatischen und geographischen Zonen Europas zu untersuchen, die von der Arktis bis zum Mittelmeer und vom alpinen Bergland bis zu flachen Küstenregionen reichen. Die 37 experimentellen Infrastrukturen an 19 der 21 Partnerinstitutionen im AQUACOSM-­Projekt sind vielfältig und umfassen beispielsweise Tanksysteme und Fließrinnen wie in Lunz am See (Österreich) und große freischwimmende Anlagen im offenen Ozean wie z.B. die Kiel Offshore Mesocosms  (KOSMOS). Auch das Seelabor im Stechlinsee kann mit seiner einzigartigen Dimension (24 Mesokosmen mit je 1.270 m3) einen neuen Maß­ stab in der experimentellen Süßwasserforschung setzen.

 

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