BAUM

Klimawandel und Wetteranomalien: Bewertung von Agrar-Umwelt-Maßnahmen

Brache auf einem schwach geneigtem Hang nach nächtlichem Regen: Erhöhte Bodenerosion und Oberflächenabfluss beeinträchtigen die Bodenstruktur und -fruchtbarkeit und gefährden die Gewässergüte durch Nährstoffeinträge. | Foto: A. Gericke

BAUM zielt auf die Bewertung, Diskussion und Akzeptanz von Maßnahmen zum Wasser- und Nährstoffrückhalt in der Landschaft bei der Umsetzung kommunaler Klimaanpassungskonzepte in zwei landwirtschaftlich geprägten Modellregionen Brandenburgs.

Für das Land Brandenburg werden zukünftig mehr Starkregen und längere Trockenphasen erwartet. Gemeinsam mit regionalen Akteuren erkunden wir im Rahmen des Projekts BAUM (Klimawandel und Wetteranomalien: Bewertung von Agrar-Umwelt-Maßnahmen) Handlungsoptionen. Die zentralen Ziele des Projekts sind, die Entstehung von Klima- und Wetteranomalien und ihre Konsequenzen für die Gewässer besser beschreiben zu können und einen Bewusstseinswandel in der Region befördern – denn das Thema „Anpassung an den Klimawandel“ wird nicht von allen Akteuren gebührend wahrgenommen.

Starkregen und Trockenperioden sind für den Stoffhaushalt von Gewässern bedeutsam. Solche Wetteranomalien sind Teil des globalen atmosphärischen Geschehens und könnten in Deutschland durch den Klimawandel verstärkt werden. Landwirte müssen reagieren, denn Niederschlagsverteilung und -stärke wirken sich auf Wasser- und Nährstoffrückhalt und damit auf die Produktivität aus. Doch fehlt es an der Erfahrung, zwischen Klimavariabilität und Klimawandel zu unterscheiden und entsprechend zu reagieren.

Das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit finanzierte Projekt BAUM zielt auf kommunale Klimaanpassungskonzepte in zwei ländlichen Regionen Brandenburgs ab. Dafür untersuchen wir anhand von Beobachtungsdaten, wie Klima- und Wetteranomalien in ihrer raum-zeitlichen Struktur entstehen, welche Dynamik sie entfalten und welchen Einfluss sie auf den Wasserhaushalt und die Gewässergüte haben. Dem Ist-Zustand werden Klima- und Maßnahmenszenarien für die nächste Dekade gegenübergestellt. Mittels etablierter Modelle untersuchen wir Auswirkungen zu erwartender Änderungen meteorologischer Größen auf den Bodenwasserhaushalt sowie auf Nährstoffeinträge in Gewässern. Wie wirksam potenzielle Anpassungsmaßnahmen sein können, bewerten wir anhand des Wasser- und Nährstoffrückhalts und diskutieren darüber mit regionalen Akteuren.

Ein detailliertes Bild des regionalen Klimawandels zu entwickeln und zu vermitteln, ist eine der wichtigsten Aufgaben. In BAUM vernetzen wir uns mit verschiedenen Akteuren, einschließlich der Landwirte und ihrer Interessensverbände. Experten, Verwaltung und Bauern befragen wir zu ihrem Informationsbedarf hinsichtlich Klimavariabilität und -wandel, zur Bodendegradierung sowie zur Auswahl und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen im ländlichen Raum. So wollen wir eine praxisnahe Darstellung und Akzeptanz der Ergebnisse sicherstellen und dazu beitragen, dass das Thema „Anpassung an den Klimawandel“ in den Partnerregionen aktiv angegangen wird.

Wir nutzen das am IGB entwickelte Modell MONERIS für die Berechnung aktueller und zukünftiger Nährstoffflüsse sowie das Modell SWIM für den Wasserhaushalt im Havel-Spree-Gebiet. BAUM soll die Beschreibung der Variabilität von Nährstoffeinträgen in Gewässern verbessern.

Projektsteckbrief

Laufzeit

01.10.2015
31.03.2018
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie
Programmbereich
(PB 3) Interaktion Mensch-Gewässerökosystem
Projektteam am IGB
Project Leader
Scientist
Ansprechpartner

Andreas Gericke

Postdoktorand/in
Arbeitsgruppe
Nährstoffbilanzen in Flusseinzugsgebieten

Marisa Matranga

Postdoktorand/in
Arbeitsgruppe
Nährstoffbilanzen in Flusseinzugsgebieten

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