Sekundarschule: Wasserkraft – gut fürs Klima, aber nicht umweltfreundlich
Die Wasserkraft gilt zwar als erneuerbare Energiequelle, verändert jedoch Flüsse und Ökosysteme stark. Zwischen Energiegewinnung und Artenschutz gilt es, verschiedene Optionen sorgfältig abzuwägen.
Flüsse, die sich auf ihrer gesamten Länge frei durch die Landschaft schlängeln und dabei Wasser, Lebewesen, Sedimente und Nährstoffe mitführen, gibt es heute nur noch selten, weder in Deutschland noch anderswo auf der Erde. Weltweit sind mehr als 60 % der über 500 Kilometer langen Flüsse durch Dämme oder Wehre unterbrochen, in Europa zerschneiden weit über eine Million Querbauwerke unsere Fließgewässer. Die Folgen sind gravierend, denn Fließgewässer sind eigentlich dynamische Ökosysteme mit hoher Artenvielfalt. Pflanzen und Tiere sind an die besonderen Bedingungen angepasst – insbesondere Wanderfische wie Störe, Lachse und Forellen. Wasserkraftwerke, können diese Vielfalt gefährden, indem sie die Durchgängigkeit unterbrechen und Lebensräume dauerhaft verändern.
Anhand konkreter Fallbeispiele wird aufgezeigt, welche Umweltrisiken bei der Planung von Wasserkraftanlagen mitgedacht werden müssen. Durch die multiperspektivische Betrachtung im Spannungsfeld zwischen Klimapolitik und Naturschutz können sich die Schüler*innen mit komplexen Entscheidungssituationen auseinandersetzen.
Die Fortbildung eignet sich besonders für den Inhaltsbereich „Lebewesen in ihrer Umwelt“ unter dem Schwerpunkt „Ökosysteme, Biodiversität, Nachhaltigkeit“ (Bildungsstandards im Fach Biologie für den Mittleren Schulabschluss, 2024). Sie verbindet ökologische Fachinhalte mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen und bietet zudem Anknüpfungspunkte für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Lernziele für den Unterricht
- Die ökologischen Grundlagen von Fließgewässern und ihren Lebewesen verstehen.
- Komplexe Entscheidungssituationen im Spannungsfeld zwischen Klimapolitik und Naturschutz antizipieren.
- Bei Lernenden die Fähigkeit fördern, menschliche Eingriffe an Gewässern abzuwägen und zu beurteilen.
Zielgruppe
Lehrkräfte der Fächer Biologie und Geografie (Sekundarstufe I)