Pressemitteilung
Angelina Tittmann

Zwei Konferenzen, eine Wasserzukunft

Wissenschaft und Praxis treffen sich in Berlin
Wie können Gewässer und Wasserressourcen in Zeiten von Klimawandel, Landnutzungswandel und wachsendem Nutzungsdruck zukunftsfähig geschützt und bewirtschaftet werden? Und wie kann aus der Forschung belastbares Wissen für die Praxis entstehen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt zweier Konferenzen, die zwischen dem 14. und 18. September 2026 erstmals parallel in Berlin stattfinden. Gastgeber der 41. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL) und der 16. Water Research Horizon Conference (WRHC) der Water Science Allianz ist das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin.
Symbold-Bild: Eine Wasserprobe in einem Kolben wie sie in Laboren des IGB ausgewertet wird.

© David Ausserhofer/IGB

Mit der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL) und der Water Science Alliance (WSA) treffen zwei der wichtigsten Netzwerke der deutschen Gewässer- und Wasserforschung aufeinander. Gemeinsam wollen sie den interdisziplinären Austausch fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse stärker mit praktischen Anforderungen verbinden.

„Bei beiden Veranstaltungen steht die Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in gesellschaftlich und praktisch nutzbares Wissen im Mittelpunkt. Angesichts immer komplexerer wasserbezogener Herausforderungen ist es entscheidend, Forschungsergebnisse so aufzubereiten, dass sie in der Praxis Wirkung entfalten können“, erklärt Prof. Dr. Michael Hupfer. Er ist Wissenschaftler am IGB und seit Beginn des Jahres DGL-Präsident. Das gemeinsame Motto der anstehenden Konferenzen lautet daher Theoria cum praxi – zukunft | wasser | gestalten.

Vom 14. bis 18. September richtet die DGL-Jahrestagung den Blick insbesondere auf die Binnengewässer. Mehr als zwanzig Special Sessions zeigen die thematische Breite aktueller limnologischer Fragestellungen. Es geht unter anderem um Veränderungen der Biodiversität, um hydrodynamische Prozesse und verschiedene Belastungsfaktoren bis zu Fragen der Gewässerbewertung. Dabei werden nicht nur neueste wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert, sondern auch bewährte und innovative Lösungsansätze für aktuelle praktische Herausforderungen. 

Die WRHC am 14. und 15. September erweitert diese Perspektive um übergreifende Fragen der Wasserforschung. Unterschiedliche Disziplinen und Institutionen kommen zusammen, um neue Verbindungen zwischen verschiedenen Forschungsfeldern zu knüpfen. In vier Sessions geht es um Themen, die für eine zukunftsfähige Wasserforschung entscheidend sind: die Nutzung neuer Datenquellen, von KI und Citizen Science, die Modellierung des Wasserhaushalts in vom Menschen geprägten Landschaften sowie die Frage, welche Referenzzustände für den Schutz und die Entwicklung von Gewässern überhaupt noch sinnvoll und erreichbar sind.

Gemeinsamer Austausch in Berlin-Adlershof

Im Erwin-Schrödinger-Zentrum des Wissenschafts- und Technologieparks Berlin-Adlershof tagen die Teilnehmenden beider Veranstaltungen in einem gemeinsamen Forum. Sie können zwischen den Sessions beider Veranstaltungen wechseln; auch Plenarvorträge, Pausen und das Get-together werden gemeinsam gestaltet. Dieser Rahmen ermöglicht, dass wissenschaftliche Erkenntnisse auf konkrete Wasserfragen treffen und umgekehrt Herausforderungen aus der Praxis neue Forschungsimpulse geben können.

„Die großen Wasserfragen lassen sich weder allein durch neue Daten noch allein durch neue Technologien lösen. Entscheidend ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachrichtungen mit Perspektiven aus Praxis und Management zusammenzuführen. Nur dann können wir Gewässersysteme unter sich verändernden klimatischen, ökologischen und gesellschaftlichen Bedingungen langfristig funktionsfähig und resilient erhalten“, sagt IGB-Direktorin Prof. Dr. Sonja Jähnig.

Die beiden Konferenzen zeigen damit, worauf es bei der zukunftsfähigen Gestaltung von Gewässern und Wasserressourcen ankommt: auf belastbare Daten, ein umfassendes Verständnis – und auf den engen Austausch zwischen denjenigen, die forschen, Gewässer und Wasser bewirtschaften, nutzen und schützen.