Schülerinnen und Schüler sind auch immer wieder bei der Auswilderung von Stören in der Oder dabei. | Foto: Jacobia Dahm (Informationen zum Copyright unterhalb des Texts)
Wanderfische wie Stör, Aal oder Lachs faszinieren mit ihren außergewöhnlichen Lebensgeschichten: Sie legen weite Strecken zwischen Fluss und Meer zurück, zeigen besondere Verhaltensweisen und sind auf intakte Lebensräume angewiesen. Die größten Vertreter der europäischen Wanderfische sind Störe. Sie waren in Deutschland einst weit verbreitet, gelten heute jedoch als ausgestorben. Störe sind deshalb ein Beispiel für die globale Biodiversitätskrise und zeigen, wie Gewässerverbauung, Verschmutzung und Übernutzung Lebensräume zerstören. Doch es besteht Anlass zur Hoffnung: In Deutschland gibt es mittlerweile Projekte zur Wiederansiedlung des Störs. Koordiniert werden sie von IGB-Forscher Dr. Jörn Geßner.„Das Beispiel der Wanderfische eignet sich im Unterricht oder bei Projekttagen besonders gut, um komplexe ökologische Zusammenhänge auf anschauliche Weise zu vermitteln. Es verknüpft Themen wie Biodiversität, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Artenschutz und Tierverhalten und macht den Lebensraum Fluss als dynamisches Ökosystem erfahrbar“, findet der Fischökologe. „Unsere Materialien bieten einen visuell ansprechenden und handlungsorientierten Einstieg dafür.“ Die vorgestellten Schulprojekte, Versuche, Exkursionen und lokalen Bezüge ermöglichen insbesondere fächerübergreifendes Arbeiten in den Bereichen Sachunterricht, Naturwissenschaften und Umwelt, Biologie, Geografie und Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Mobile Ausstellung „Wanderfisch“
Die mobile Ausstellung „Wanderfisch“ umfasst zehn großformatige Roll-ups (85x200 cm). Im Mittelpunkt steht der Stör, einer der größten Süßwasserfische der Welt. Er kann bis zu fünf Meter lang und 100 Jahre alt werden. Anhand des Störs lernen Kinder und Jugendliche, warum die Wanderung dieser Fische so beschwerlich ist, welche Faktoren zu ihrer Ausrottung geführt haben und wie der Schutz der Gewässer unterstützt werden kann. Die Inhalte richten sich insbesondere an Schulklassen der Jahrgangsstufen 3 bis 8, eignen sich aber auch für Museen, Naturparks und andere außerschulische Lernorte.
Erweiterung: Mobile Ausstellung zur Oder
Als Erweiterung sind vier Tafeln zur Oder verfügbar. Diese präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse zu den Ursachen und Folgen der Umweltkatastrophe im Sommer 2022, bei der etwa 1.000 Tonnen Fische starben. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfahren, was die Oder zu einem einzigartigen Lebensraum macht, wie menschliche Eingriffe die Artenvielfalt und den Wasserhaushalt verändern und welche Rolle eine giftige Alge im Fluss spielt. Zugleich werden verschiedene Ansätze und Szenarien für die Zukunft der Oder vorgestellt: von einem „Weiter so” über vorbeugende Maßnahmen zur Revitalisierung bis hin zu einer intensiveren Nutzung des Flusses.
„Diese Ansätze zeigen nicht nur, wie wir die Oder schützen können, sondern sie stehen auch stellvertretend für unseren gesellschaftlichen Umgang mit Flüssen und unsere Verantwortung für die Gewässer von morgen“, sagt Dr. Jörn Geßner.
Die Ausstellung „Wanderfisch“ kann mit oder ohne Erweiterung beim IGB angefragt werden und wird dann kostenfrei versendet. Es gibt sie auch im Posterformat als Download-PDF.
Zusatzmaterial: Impulskarten und Übersichtsposter
Begleitmaterialien sind ebenfalls erhältlich: Gewässerkarten liefern Ideen für kleine Versuche, Bastelaktionen und Spiele im Klassenzimmer und in der Natur. Ein Übersichtsposter zeigt die verschiedenen Stationen der Wanderfische und verdeutlicht die Gefährdungen durch menschliche Nutzung. Ergänzend kann in einem Online-Quiz das Wissen über Wanderfische und ihre Lebensräume getestet werden – sowohl vor als auch nach der Unterrichtseinheit, den Projekttagen oder dem Ausstellungsbesuch.
Die Materialien wurden in enger Zusammenarbeit von IGB und kosmos b entwickelt und werden in regelmäßigen Abständen überprüft, aktualisiert und erweitert.
Links
Mobile Ausstellungen: https://www.igb-berlin.de/wanderausstellungen
Gewässerkarten und Poster: https://www.igb-berlin.de/paedagogische-materialien
Quiz: https://www.haffstoer.de/quiz/online/
Die Fotos auf dieser Seite sowie weitere Pressefotos von Stören und Besatzaktionen können bei Jacobia Dahm erworben und lizenziert werden.
IGB-Forscher Dr. Jörn Geßner mit einem Baltischen Stör. | © Jacobia Dahm
Kleinere Störe werden bei Besatzaktionen vorsichtig mit Schüsseln ins Wasser gesetzt. | © Jacobia Dahm
Vor dem Besatz werden die kleinen Störe gemessen und gewogen. | © Jacobia Dahm