(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur

In der Abteilung Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur untersuchen wir die ökologischen und evolutionären Prozesse, die Populationen und Gemeinschaften von Süßwasserfischen strukturieren und deren Funktionen und ökologischen Leistungen beeinflussen. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit konzentriert sich auf die Wechselwirkungen zwischen natürlichen und anthropogenen Faktoren und deren Auswirkungen auf Evolution, Fortpflanzung, Stress, Entwicklung, Wachstum, Verhalten, Produktivität und Fischereiqualität von Fischen. Unser Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für die Erhaltung wild lebender Fischpopulationen sowie für ein nachhaltiges Fischereimanagement und die Aquakultur zu schaffen. Zu den methodischen Ansätzen gehören hypothesengeleitete Laborforschung, Mesokosmen-Experimente, Manipulation von Seen, vergleichende Feldstudien und theoretische Modellierung.

Ansprechpersonen

Jens Krause

Abteilungsleiter*in
Forschungsgruppe
Schwarmverhalten

Abteilungsmitglieder

Ausgewählte Publikationen

Dezember 2021
Conservation Letters. - 14(2021)5, Art. e12816

Setting robust biodiversity goals

Martine Maron; Diego Juffe-Bignoli; Linda Krueger; Joseph Kiesecker; Noëlle F. Kümpel; Kerry ten Kate; E.J. Milner-Gulland; William N.S. Arlidge; Hollie Booth; Joseph W. Bull; Malcolm Starkey; Jonathan M. Ekstrom; Bernardo Strassburg; Peter H. Verburg; James E. M. Watson

Das neue globale Post-2020-Biodiversitäts-Rahmenwerk (GBF) muss Maßnahmen vorantreiben, um den Rückgang der Biodiversität aufzuhalten. Die Entwürfe für die Ziele und Zwecke sind nicht klar genug formuliert. Die Autor*innen schlagen Änderungen vor, um den Beitrag der einzelnen Maßnahmen aufzuzeigen und zu klären, ob das Erreichen der Zielvorgaben ausreicht, um das Gesamtziel zu erreichen.

Dezember 2021
Reviews in Aquaculture. - 14(2022)1, 252-264

The aquaponic principle - it is all about coupling

Gösta F. M. Baganz; Ranka Junge; Maria C. Portella; Simon Goddek; Karel J. Keesman; Daniela Baganz; Georg Staaks; Christopher Shaw; Frank Lohrberg; Werner Kloas

Die Autor*innen haben die Definitionen von Aquaponik festgezurrt und ein Berechnungsmodell für den Ressourceneinsatz erstellt. Sie plädieren dafür, dass die Kopplung der internen Ströme, beispielsweise von Wasser, Nährstoffen und Energie evaluiert werden muss. Denn der Kreislaufgedanke macht letztendlich die Nachhaltigkeit der Aquaponik aus.

November 2021
Scientific Reports. - 11(2021), Art. 21544

A duplicated copy of id2b is an unusual sex-determining candidate gene on the Y chromosome of arapaima (Arapaima gigas)

Mateus C. Adolfi; Kang Du; Susanne Kneitz; Cédric Cabau; Margot Zahm; Christophe Klopp; Romain Feron; Rômulo V. Paixão; Eduardo S. Varela; Fernanda L. de Almeida; Marcos A. de Oliveira; Rafael H. Nóbrega; Céline Lopez-Roques; Carole Iampietro; Jérôme Lluch; Werner Kloas; Sven Wuertz; Fabian Schaefer; Matthias Stöck; Yann Guiguen; Manfred Schartl

Der Arapaima ist eine bedrohte und für nachhaltige Aquakultur interessante Art. Die Autoren publizierten eine verbesserte Genom-Sequenz und identifizierten ein Y-chromosomales Gen für die Geschlechtsbestimmung bei Männchen. Ein PCR-Test ermöglicht Genotypisierung als neues Instrument für Zucht und Erhaltung des Arapaima. Auch am IGB konnten damit bereits Männchen und Weibchen unterschieden werden.

September 2021
Proceedings of the Royal Society of London: Ser. B, Biological Sciences. - 288(2021)1959, Art. 20211623

Ecological impacts of water-based recreational activities on freshwater ecosystems: a global meta-analysis

Malwina Schafft; Benjamin Wegner; Nora Meyer; Christian Wolter; Robert Arlinghaus

Die Autor*innen haben in dieser Metastudie die wissenschaftliche Literatur zum Thema Freizeitökologie zusammengefasst und ausgewertet. Obwohl alle Freizeitaktivitäten negative Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und die Umwelt haben können, kommen sie zu dem Schluss, dass der Bootsverkehr und die Ufernutzung die durchweg negativsten Auswirkungen haben.

September 2021
Trends in Ecology and Evolution. - 36(2021)10, 885-888

Fisheries-induced changes of shoaling behaviour: mechanisms and potential consequences

Valerio Sbragaglia; Jolle W. Jolles; Marta Coll; Robert Arlinghaus

Die Autor*innen skizzieren die wichtigsten Mechanismen, durch die die Fischerei die Schwarmbildung und das kollektive Verhalten genutzter Fischbestände verändern kann - ein Thema, das nur selten berücksichtigt wird und kaum verstanden ist. Sie zeigen mögliche Folgen für Fischpopulationen und Nahrungsnetze auf und erörtern mögliche Auswirkungen auf Fischerei und Managementstrategien.

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