(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur
In der Abteilung Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur untersuchen wir die ökologischen und evolutionären Prozesse, die Populationen und Gemeinschaften von Süßwasserfischen strukturieren und deren Funktionen und ökologischen Leistungen beeinflussen. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit konzentriert sich auf die Wechselwirkungen zwischen natürlichen und anthropogenen Faktoren und deren Auswirkungen auf Evolution, Fortpflanzung, Stress, Entwicklung, Wachstum, Verhalten, Produktivität und Fischereiqualität von Fischen. Unser Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für die Erhaltung wild lebender Fischpopulationen sowie für ein nachhaltiges Fischereimanagement und die Aquakultur zu schaffen. Zu den methodischen Ansätzen gehören hypothesengeleitete Laborforschung, Mesokosmen-Experimente, Manipulation von Seen, vergleichende Feldstudien und theoretische Modellierung.
Forschungsgruppen
Abteilungsmitglieder
Ausgewählte Publikationen
A collaborative research agenda for restoring free-flowing rivers
Die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (WVO) sieht die Renaturierung von mind. 25.000 km frei fließender Flüsse bis 2030 vor. Die Umsetzung ist schwierig, da die Prioritäten je nach ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Kontexten variieren. Die Autor*innen entwickelten ein Prozess zur Unterstützung der Umsetzung des WVO-Ziels zur Renaturierung frei fließender Flüsse.
Persistent inequities in global lake science
Die Studie, zeigt, dass von den rund 2.500 wissenschaftlich untersuchten Seen bis 2020 etwa 50 Prozent in Nordamerika, 21 Prozent in Asien und 16 Prozent in Europa liegen. Seen in Afrika, Südamerika und Ozeanien sind hingegen deutlich weniger erforscht.
One-quarter of freshwater fauna threatened with extinction
Die bisher größte weltweite Bewertung von Süßwassertieren für die Rote Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) hat ergeben, dass 24 Prozent der Süßwasserfische, Libellen, Krebse und Garnelen akut vom Aussterben bedroht sind.
Collective anti-predator escape manoeuvres through optimal attack and avoidance strategies
Im weiten, offenen Ozean, wo es keine Verstecke gibt, schließen sich Sardinen zum Schutz vor Raubfischen zusammen. Wenn sie sich nicht auf ihre Schnelligkeit verlassen können, um zu entkommen, müssen sie die Angreifer überlisten. Die Studie zeigt den Zusammenhang zwischen der Entstehung kollektiver Fluchtmuster von Beutetieren und den Angriffsstrategien der Jagenden auf.
Evidence for a by-product mutualism in a group hunter depends on prey movement state
Warum jagen Tiere in Gruppen? Die Autor*innen haben in einer Freilandstudie im Ozean vor Mexiko gezeigt: Je schneller sich der Beuteschwarm bewegt, desto höher ist die Fangrate der Gestreiften Marline. Denn ist der Beuteschwarm in Bewegung, können einzelne Tiere leichter isoliert werden. Diese werden dann von den nicht angreifenden Marlinen gefangen – ein Vorteil des gemeinsamen Jagdzugs.