Wasser- und Stoffkreisläufe

Flüsse, Seen und Feuchtgebiete vernetzen das Land mit dem Meer, stehen in Kontakt mit dem Grundwasser und regulieren den globalen Nährstoff- und Kohlenstoffhaushalt. Auch ihre Sedimente sind hoch aktive Zonen, die dem Oberflächenwasser Nähr- und Schadstoffe entziehen können. Wir erforschen die komplexen physikalischen, hydrologischen, biologischen und chemischen Prozesse und Wechselwirkungen. Dieses Wissen nutzen wir, um Konzepte für ein nachhaltiges Gewässermanagement und die Verbesserung der Gewässerqualität zu entwickeln. Wir beschäftigen uns beispielsweise mit der Wiedervernässung von Mooren, den Wechselwirkungen von Grund- und Oberflächenwasser, der Bedeutung von Uferzonen und mit dem Stoffumsatz in Sedimenten.

Meldungen zum Thema

Fokus

Wenn Gewässern das Wasser ausgeht

Trockenes Ufer statt Wasserfläche, Rinnsal statt Sturzbach. Mit dem Klimawandel verlieren die Gewässer an Wasser. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am IGB untersuchen, was das für Menschen und Ökosysteme bedeutet. In den nächsten Wochen beantworten sie 10 Fragen zum Thema.
Fokus

Die Dynamik von Nitrat im Einzugsgebiet

Das Team von Dörthe Tetzlaff hat nun ein mathematisches Modell mit Felddaten kombiniert, um die Wege des Nitrats in einem typischen Einzugsgebiet des nordostdeutschen Tieflands mit gemischter landschaftlicher Nutzung zu analysieren.
Fokus

Wasser in Berlin

Die Forschungsgruppe von Dörthe Tetzlaff untersucht die Wasserflüsse einer Stadt am Beispiel Berlin. Das Team nahm die große Trockenheit der Sommer 2018, 2019 und 2020 in den Fokus.

Publikationen zum Thema

April 2022
Hydrology and Earth System Sciences. - 26(2022)9, 2073–2092

Xylem water in riparian Willow trees (Salix alba) reveals shallow sources of root water uptake by in-situ monitoring of stable water isotopes

Jessica Landgraf; Dörthe Tetzlaff; Maren Dubbert; David Dubbert; Aaron Smith; Chris Soulsby

Die Autor*innen analysierten stabile Isotope in-situ mit hoher Auflösung in Boden u. Pflanzenwasser einer städtischen Grünfläche, um die ökohydrologische Funktionsweise der kritischen Zone zu verstehen, die sich von den Baumkronen bis zum Grundwasser erstreckt. Am Ende der Vegetationsperiode wurde für die Wasseraufnahme der Pflanzen mehr Wasser aus der Tiefe als aus dem oberen Boden verwendet.

 

April 2022
Water Resources Research. - 58(2022)4, Art. e2021WR030635

Spatial variability of radon production rates in an alluvial aquifer affects travel time estimates of groundwater originating from a losing stream

Jonas L. Schaper; Christiane Zarfl; Karin Meinikmann; Eddie W. Banks; Sandra Baron; Olaf A. Cirpka; Joerg Lewandowski

Radon wird als Tracer im Oberflächenwasser zur Quantifizierung des Grundwasserzustroms verwendet. Die Studie verfolgte den umgekehrten Ansatz u. nutzte Radon zur Abschätzung der Fließzeiten von infiltriertem Oberflächenwasser im Aquifer. Die räumliche Heterogenität der Radonproduktion erschwert dies, konnte aber durch Berücksichtigung von Temperatur u. hydraulischem Gradienten überwunden werden.

Februar 2022
Geophysical Research Letters. - 49(2022)4, Art. e2021GL096833

Functional multi-scale integration of agricultural nitrogen-budgets into catchment water quality modeling

Xiaoqiang Yang; Michael Rode; Seifeddine Jomaa; Ines Merbach; Doerthe Tetzlaff; Chris Soulsby; Dietrich Borchardt

Anhand von Feldversuchsdaten wurden die Reaktionen von Pflanzen auf die Stickstoffaufnahme in Abhängigkeit vom Düngemittelmanagement auf einfache Weise konzeptualisiert und in ein Diffusions-N-Modell für das Einzugsgebiet integriert.

Dezember 2021
Journal of Hydrology. - 600(2021), Art. 126685

Spatio-temporal variations in stable isotopes in peri-urban catchments: a preliminary assessment of potential and challenges in assessing streamflow sources

Lena-Marie Kuhlemann; Doerthe Tetzlaff; Chris Soulsby

Die Autor*innen kombinierten Wasserisotope, Wasserqualitäts-, hydrometrische und Klimadaten, um saisonale Änderungen in den Wasserherkünften der Erpe zu untersuchen. Flussabwärts war der Abfluss durch Einleitungen aus einer großen Abwasseranlage dominiert, v.a. im Sommer. Sie erhielten neue Erkenntnisse wie sich peri-urbane Tieflandeinzugsgebiete mit komplexer Landnutzung hydrologisch verhalten.

Dezember 2021
Journal of Hydrology. - 603(2021)Part B, Art. 126904

Hydroclimatic variability and riparian wetland restoration control the hydrology and nutrient fluxes in a lowland agricultural catchment

Songjun Wu; Doerthe Tetzlaff; Tobias Goldhammer; Chris Soulsby

Die Autor*innen untersuchten Langzeitveränderungen (30 Jahre) in Klima, Abfluss, Grundwasser u. Wasserqualität im Einzugsgebiet Demnitzer Mühlenfließ mit gemischter Landnutzung. Klimavariabilität beeinflusste die Hydrologie, während Nährstoffe stärker von intrinsischen Eigenschaften beeinflusst wurden. Das Uferzonenmanagement beeinflusste hydrologische u. Nährstoffvariationen ebenfalls sehr stark.

Projekte zum Thema

Ansprechpersonen
Jörg Lewandowski
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
Beginn
03/2022
Ende
04/2022
Themenbereiche

Grundwasseruntersuchungen am Mellensee

Das IGB führt gemeinsam mit engagierten Anwohner*innen Grundwasseruntersuchungen am Mellensee bei Zossen durch. Solche Messkampagnen sind ein wichtiger Schritt, um die Rolle des Grundwassers für Seen besser verstehen zu können. Auf dieser Seite können Sie die Messergebnisse der Grundwasserproben einsehen.
Ansprechpersonen
Dörthe Tetzlaff
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
Beginn
09/2021
Ende
09/2021
Themenbereiche

Grundwasseruntersuchungen am Stechlinsee in Neuglobsow und Dagow

Kampagne zur Bewertung der Relevanz des Grundwassers für die Eutrophierung (Anreicherung mit Nährstoffen) des Stechlin.
Ansprechpersonen
Jörg Lewandowski
Sabine Wollrab
Mark Gessner
Peter Casper
Hans-Peter Grossart
Stella A. Berger
Jens Christian Nejstgaard
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
(Abt. 3) Plankton- und Mikrobielle Ökologie
Beginn
08/2021
Ende
08/2021
Themenbereiche

Urban Water Interfaces

DFG Graduiertenschule  
Ansprechpersonen
Mark Gessner
Sabine Hilt
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
(Abt. 2) Ökologie der Lebensgemeinschaften und Ökosysteme
(Abt. 3) Plankton- und Mikrobielle Ökologie
Beginn
07/2015
Ende
06/2024
Themenbereiche

IceTMP: Eisdecke auf den Seen Tibets und der Inneren Mongolei

Das neue deutsch-chinesische Kooperationsprojekt befasst sich mit eisbedeckten Seen der tibetischen und mongolischen Hochebenen und deren Reaktion auf den Klimawandel. Ziel ist es, ein internationales Forschungsnetzwerk aufzubauen, das die Wissenslücke über eisbedeckte Seen als wichtige, aber bisher kaum untersuchte Komponenten des hydrologischen und klimatischen Systems schließen soll.
Ansprechpersonen
Georgiy Kirillin
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
Beginn
06/2021
Ende
05/2024
Themenbereiche

Downloads zum Thema

Kosten und Nutzen einer verbesserten Gewässergüte am Beispiel der Berliner Unterhavel

Nitrolimit Diskussionspapier Band 4

Gelöste organische Stickstoffverbindungen in Seen - Vorkommen und Wirkung

Nitrolimit Diskussionspapier Band 3

Maßnahmen zur Reduktion der Nährstoffeinträge urbaner Bereiche

Nitrolimit Diskussionspapier Band 2

Einfluss von Stickstoff und Phosphor auf die Gewässergüte von Seen

Nitrolimit Diskussionspapier Band 1

IGB Bericht: Heft 26/2008

Phosphor- und Kohlenstoff-Dynamik und Vegetationsentwicklung in wiedervernässten Mooren des Peenetals in Mecklenburg-Vorpommern

Expert*innen zum Thema

Doris Düthmann

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Ökohydrologische Modellierung und hydrologischer Wandel

Tobias Goldhammer

Programmbereichssprecher*in
Forschungsgruppe
Nährstoffkreisläufe und chemische Analytik

Michael Hupfer

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Biogeochemische Prozesse in Sedimenten und Seenrestaurierung

Jörg Lewandowski

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Grundwasser-Oberflächenwasser Interaktionen

Stephanie Spahr

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Organische Schadstoffe

Markus Venohr

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Flussgebietsmodellierung

Seite teilen