Schadstoffe und Belastungen

Gewässer werden von Menschen intensiv genutzt und sind deswegen verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Wir erforschen die komplexen Zusammenhänge und Wirkungen der unterschiedlichen Stressoren: Wie gelangen Nähr- und Schadstoffe in unsere Oberflächengewässer, welche Faktoren sind dabei zentral, und wo sind Flüsse und Seen in einem besonders schlechten Zustand? Nährstoffeinträge von Stickstoff und Phosphat können beispielsweise die Wasserqualität beeinträchtigen und zu Algenblüten führen. Pharmaka und Biozide werden in Kläranlagen häufig nicht vollständig abgebaut, gelangen so in Flüsse und Seen und können den Hormonstoffwechsel von Fischen und Amphibien beeinträchtigen. Als Folge des Bergbaus können Kali und Sulfat die angrenzenden Gewässer belasten. Landnutzungswandel, Urbanisierung, Gewässerverbauung und die zunehmende künstliche Beleuchtung bei Nacht (Lichtverschmutzung) erhöhen den Druck auf unsere Binnengewässer zusätzlich. Bei unserer Forschung erkennen wir die menschliche Nutzung als wichtigen Teil der Wirklichkeit an – nur so lassen sich zukunftsfähige Lösungen entwickeln.

Publikationen zum Thema

Juli 2022
Journal of Geophysical Research : Atmospheres. - 127(2022)12, Art. e2021JD036382

Multiple angle observations would benefit visible band remote sensing using night lights

Christopher C.M. Kyba; Martin Aubé; Salvador Bará; Andrea Bertolo; Constantinos A. Bouroussis; Stefano Cavazzani; Brian R. Espey; Fabio Falchi; Geza Gyuk; Andreas Jechow; Miroslav Kocifaj; Zoltán Kolláth; Héctor Lamphar; Noam Levin; Shengjie Liu; Steven D. Miller; Sergio Ortolani; Chun Shing Jason Pun; Salvador José Ribas; Thomas Ruhtz; Alejandro Sánchez de Miguel; Mathias Schneider; Ranjay Man Shrestha; Alexandre Simoneau; Chu Wing So; Tobias Storch; Kai Pong Tong; Milagros Tuñón; Diane Turnshek; Ken Walczak; Jun Wang; Zhuosen Wang; Jianglong Zhang

In der Studie wird vorgeschlagen, dass die nächste Generation von Nacht-Licht Fernerkundungssatelliten verschiedene Beobachtungswinkel haben sollten. Mithilfe von Modellierungen und Beispielen wird aufgezeigt, wie diese neue Methode sowohl Studien zur Lichtverschmutzung deutlich verbessern würde und als auch bisher ungenutzten Anwendungen ermöglichen würde.

Februar 2022
Biogeochemistry. - 157(2022), 355–378

Divergent roles of iron and aluminum in sediment organic matter association at the terrestrial–aquatic interface

Kai Nils Nitzsche; Zachary E. Kayler; Katrin Premke; Arthur Gessler; Rota Wagai

Studie dazu, ob die Variation des Redox- u. pH-Regimes bestimmt, wie Eisen (Fe) u. Aluminium (Al) mit organischem Material (OM) in oberflächennahen mineralischen Sedimenten interagieren. Reaktives monomeres Al bindet unter saureren u. anoxischen Bedingungen ehr an organische Liganden, die aus weniger zersetztem OM stammen; Fe mit niedriger Kristallinität eher an mikrobiell verarbeitetes OM.

Dezember 2021
Landscape and Urban Planning. - 219(2022), Art. 104332

A plea for a worldwide development of dark infrastructure for biodiversity: practical examples and ways to go forward

Romain Sordello; Samuel Busson; Jérémie H. Cornuau; Philippe Deverchèrd; Baptiste Faure; Adrien Guetté; Franz Hölker; Christian Kerbiriouh; Thierry Lengagnei; Isabelle Le Viol; Travis Longcore; Pascal Moeschler; Jessica Ranzoni; Nicolas Raymn; Yorick Reyjol; Yoann Roulet; Sibylle Schroer; Jean Secondii; Nicolas Valet; Sylvie Vanpeene; Sébastien Vauclair

Die Autor*innen plädieren für die weltweite Entwicklung einer dunklen Infrastruktur. Damit sind Bereiche und Korridore ohne unnötiges künstliches Licht bei Nacht gemeint, welche die biologische Vielfalt vor Lichtverschmutzung schützen. Eine Anleitung für den Weg dorthin.

Dezember 2021
Water Research. - 196(2021), Art. 116981

Making waves. Bridging theory and practice towards multiple stressor management in freshwater ecosystems

Bryan M. Spears; Daniel S. Chapman; Laurence Carvalho; Christian K. Feld; Mark O. Gessner; Jeremy J. Piggott; Lindsay F. Banin; Cayetano Gutiérrez-Cánovas; Anne Lyche Solheim; Jessica A. Richardson; Rafaela Schinegger; Pedro Segurado; Stephen J. Thackeray; Sebastian Birk

Der Artikel identifiziert Schwächen von Managementstrategien multipler Stressoren in Gewässern und entwickelt einen empirischen Rahmen, um diese anzugehen. Für den Einsatz empirischer Modelle und Experimente werden Empfehlungen gegeben, um Auswirkungen mehrerer gleichzeitig auftretender Stressoren besser vorherzusagen. Dabei werden praktische Hinweise für 3 Szenarien multipler Stressoren gegeben.

November 2021
BioScience. - 71(2021)7, 1103–1109

The impact of light pollution on bats varies according to foraging guild and habitat context

Christian C. Voigt; Jasja Dekker; Marcus Fritze; Suren Gazaryan; Franz Hölker; Gareth Jones; Daniel Lewanzik; Herman J.G.A. Limpens; Fiona Mathews; Jens Rydell; Kamiel Spoelstra; Maja Zagmajster

Die Autor*innen bewerten, wie Fledermäuse auf Lichtverschmutzung reagieren u. wie die Auswirkungen je nach ökologischem Kontext variieren. Alle untersuchten Fledermausarten werden z.B. in der Nähe von Schlaf- u. Trinkplätzen beeinträchtigt, bei unterschiedlichen Lichtfarben u. -intensitäten. Die zunehmende Lichtverschmutzung könnte ein Schlüsselfaktor für den Verlust der Fledermausvielfalt sein.

Projekte zum Thema

Downloads zum Thema

MONERIS

Stadt, Land, Fluss - Modellierung und Management von Nährstoffbelastungen in Gewässern

Expert*innen zum Thema

Tobias Goldhammer

Programmbereichssprecher*in
Forschungsgruppe
Nährstoffkreisläufe und chemische Analytik

Franz Hölker

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Lichtverschmutzung und Ökophysiologie

Ilka Lutz

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Wirkungen hormonell wirksamer Stoffe

Thomas Meinelt

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Fischpathologie, Ökotoxikologie und Stressökologie

Stephanie Spahr

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Organische Schadstoffe

Matthias Stöck

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Genetik und Evolution von Fischen (und anderen Wirbeltieren)

Markus Venohr

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Flussgebietsmodellierung

Seite teilen