Nutzung und Management

Gewässer werden vielfältig genutzt: Sie dienen der Trinkwasserversorgung, als Wirtschaftswege oder für Freizeitaktivitäten. All diese Funktionen, auch Ökosystemleistungen genannt, können nur sichergestellt werden, wenn sich Flüsse und Seen in einem guten ökologischen Zustand befinden. Dies fordert seit 2002 auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Doch Wasser ist in vielen Regionen der Erde ein knappes Gut. Der steigende Nutzungsdruck durch Bergbau, Industrie, Wasserkraftgewinnung und Landwirtschaft beeinträchtigt die Wasserqualität und die Durchgängigkeit der Gewässer. Am IGB entwickeln wir Konzepte für eine zukunftsweisende Bewirtschaftung der Gewässerressourcen zum Wohl von Mensch und Natur. Wir untersuchen, wie sich anthropogene Einflüsse auf Gewässer auswirken und wie Seen, Fließgewässer und Feuchtgebiete nachhaltig genutzt und effizient revitalisiert werden können.

Meldungen zum Thema

Pressemitteilung

Jeder fünfte Fisch stirbt bei der Passage von Wasserkraftturbinen

Fische können bei der Passage durch Wasserkraftturbinen schwer verletzt werden. Um zu beurteilen, wie nachhaltig die Wasserkraft tatsächlich ist, braucht es verlässliche Daten zur turbinenbedingten Fischsterblichkeit. Ein Forschungsteam hat diese in einer erstmals globalen Betrachtung nun vorgelegt. 

Publikationen zum Thema

Oktober 2021
Hydrological Processes. - 35(2021)10, Art. e14377

Isotope hydrology and water sources in a heavily urbanized stream

Christian Marx; Dörthe Tetzlaff; Reinhard Hinkelmann; Chris Soulsby

Die Autor*innen untersuchten Isotope im Einzugsgebiet der Berliner Panke, um die Quellen des Wasserflusses zu verstehen. Im oberen Einzugsgebiet dominierte das Grundwasser, im unteren Einzugsgebiet waren 90 % der Abflüsse geklärte Abwässer. Städtische Abflüsse erzeugten hohe Durchflüsse. Der Bach weist unnatürliche hydrologische und chemische Verhältnisse auf, eine Renaturierung wäre nötig.

Oktober 2021
Nature Communications. - 12(2021), Art. 5693

Rewetting does not return drained fen peatlands to their old selves

J. Kreyling; F. Tanneberger; F. Jansen; S. van der Linden; C. Aggenbach; V. Blüml, J. Couwenberg; W-J Emsens; H. Joosten; A. Klimkowska; W. Kotowski; L. Kozub; B. Lennartz; Y. Liczner; H. Liu; D. Michaelis; C. Oehmke; K. Parakenings; E. Pleyl; A. Poyda; S. Raabe; M. Röhl; K. Rücker; A. Schneider; J. Schrautzer; C. Schröder; F. Schug; E. Seeber; F. Thiel; S. Thiele; B. Tiemeyer; T. Timmermann; T. Urich; R. van Diggelen; K. Vegelin; E. Verbruggen; M. Wilmking; N. Wrage-Mönnig; L. Wołejko; D. Zak; G. Jurasinski

Die Moorvernässung ist eine effektive Maßnahme Zum Schutz des Klimas, der Gewässer und der Biodiversität. Aufgrund der starken Bodendegradierung ist jedoch kurzfristig nicht mit einer Wiederherstellung ihrer Funktion zu rechnen. Die Analyse von mehreren hundert natürlichen und degradierten Mooren in Europa hat gezeigt, dass damit erst nach mehreren Jahrzehnten zu rechnen ist.

September 2021
Proceedings of the Royal Society of London: Ser. B, Biological Sciences. - 288(2021)1959, Art. 20211623

Ecological impacts of water-based recreational activities on freshwater ecosystems: a global meta-analysis

Malwina Schafft; Benjamin Wegner; Nora Meyer; Christian Wolter; Robert Arlinghaus

Die Autor*innen haben in dieser Metastudie die wissenschaftliche Literatur zum Thema Freizeitökologie zusammengefasst und ausgewertet. Obwohl alle Freizeitaktivitäten negative Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und die Umwelt haben können, kommen sie zu dem Schluss, dass der Bootsverkehr und die Ufernutzung die durchweg negativsten Auswirkungen haben.

Mai 2021
Renewable and Sustainable Energy Reviews. - 145(2021), Art. 111003

A review of hydropower plants in Romania: distribution, current knowledge, and their effects on fish in headwater streams

Gabriela Costea; Martin T. Pusch; Doru Bănăduc; Diana Cosmoiu; Angela Curtean-Bănăduc

Wasserkraft ist zwar erneuerbar, aber meist nicht umweltfreundlich. Die Studie zeigt am Beispiel Rumäniens, wie der Ausbau der Wasserkraft den Zielen der EU-Umweltpolitik zuwiderläuft. Die Wasserkraft kollidiert mit den Anforderungen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und der EU-Wasserrahmenrichtlinie: Rund die Hälfte der bestehenden Wasserkraftwerke in Rumänien liegt in Naturschutzgebieten.

Februar 2021
Journal of Environmental Management. - 286(2021), Art. 112100

How much habitat does a river need?: a spatially-explicit population dynamics model to assess ratios of ontogenetical habitat needs

David Farò; Guido Zolezzi; Christian Wolter

Die Autor*innen erforschten mit einem räumlich expliziten Populationsmodell für die Barbe die funktionalen Abhängigkeiten von Teil-Habitaten. Sie zeigten, dass die Revitalisierung von nur Laich- bzw. nur Brutaufwuchshabitaten nicht wirkt; Die funktionale Einheit u. eine Mindestgröße der Habitate sind essenziell. Das Modell hilft, den Revitalisierungserfolg auf Basis der Fläche zu prognostizieren.

Projekte zum Thema

AQUATAG

Raum-zeitlich hochaufgelöste Analyse wasserbezogener Freizeitaktivitäten, resultierende Belastungen und Nutzungskonflikte, sowie Ableitung eines sozio-ökologischen Managementkonzeptes.
Ansprechpersonen
Markus Venohr
Christine Beusch
Judith Mahnkopf
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur
Beginn
03/2019
Ende
02/2022
Themenbereiche

Verbindungen in der Biodiversitätsforschung (BIBS)

BIBS is a BMBF project for biodiversity data collection and synthesis in Germany
Ansprechpersonen
Mark Gessner
Hans-Peter Grossart
Abteilung(en)
(Abt. 3) Plankton- und Mikrobielle Ökologie
(Abt. 5) Evolutionäre und Integrative Ökologie
Beginn
12/2016
Ende
08/2021
Themenbereiche

PONDERFUL

Das IGB (Projektleitung Thomas Mehner) ist Teil eines Konsortiums in einem neuen H2020 Projekt ‚PONDERFUL‘, gefördert von der Europäischen Union, unter der Leitung der Universität Vic (Spanien). Das zentrale Ziel des Projekts ist es, den Nutzen von Teichen und Teichlandschaften für die Bewältigung der Folgen des Klimawandels, für Biodiversität und für Ökosystem-Dienstleistungen zu untersuchen.
Ansprechpersonen
Thomas Mehner
Sabine Hilt
Pieter Lemmens
Abteilung(en)
(Abt. 2) Ökologie der Lebensgemeinschaften und Ökosysteme
(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur
(Abt. 5) Evolutionäre und Integrative Ökologie
Beginn
12/2020
Ende
11/2024
Themenbereiche

Urban Water Interfaces

DFG Graduiertenschule  
Ansprechpersonen
Mark Gessner
Sabine Hilt
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
(Abt. 2) Ökologie der Lebensgemeinschaften und Ökosysteme
(Abt. 3) Plankton- und Mikrobielle Ökologie
Beginn
07/2015
Ende
06/2024
Themenbereiche

MadMacs

Ursachen und Auswirkungen der Massenentwicklung von Wasserpflanzen sowie Folgen von Entkrautungsmaßnahmen auf Struktur und Funktion des Gewässerökosystems und auf seine Ökosystemdienstleistungen
Ansprechpersonen
Jan Köhler
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
(Abt. 2) Ökologie der Lebensgemeinschaften und Ökosysteme
Beginn
02/2019
Ende
01/2022
Themenbereiche

Downloads zum Thema

Naturnahe Gestaltung von Uferzonen an Baggerseen: Chancen, Schwierigkeiten, Potentiale

Baggerseen sind wertvolle und unterschätzte Lebensräume für viele ans Wasser gebundene Arten. Auch prägen sie in zahlreichen deutschen Bundesländern maßgeblich die Gewässerlandschaft. Wie eine naturnähere Gestaltung der Uferhabitate die biologische Vielfalt an künstlichen Abgrabungsgewässern erhöhen kann, fasst diese Broschüre des Projekts BAGGERSEE zusammen.

Wissenschaftliches Memorandum „Energiewende nicht auf Kosten der aquatischen Biodiversität“

Dieses wissenschaftliche Memorandum formuliert sieben konkrete Vorschläge zur Entschärfung von Zielkonflikten zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz.

Outlines | IGB Policy Brief: Biologische Vielfalt in Binnengewässern – bedrohte Lebensgrundlagen von Natur und Mensch besser schützen

In diesem IGB Policy Brief zur Bundestagswahl 2021 empfehlen IGB-Forschende eine nachhaltigere Gewässerpolitik.

Stellungnahme zur Scoping-Unterlage zur Strategischen Umweltprüfung für die Stromregelungskonzeption für die Grenzoder

Stellungnahme zur Scoping-Unterlage zur Strategischen Umweltprüfung für die Stromregelungskonzeption für die Grenzoder

Outlines | IGB Dossier: Die ökologische Verschlechterung des Stechlinsees – Wissensstand und Handlungsoptionen

Das neue IGB Dossier zur ökologischen Verschlechterung des Stechlinsees erläutert den Wissensstand und zeigt Handlungsoptionen auf.

Expert*innen zum Thema

Robert Arlinghaus

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Integratives Angelfischereimanagement

Jörn Gessner

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Wiedereinbürgerung atlantischer Störe in Deutschland

Michael Hupfer

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Biogeochemische Prozesse in Sedimenten und Seenrestaurierung

Martin Pusch

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Funktionelle Ökologie und Management von Flüssen und Seeufern

Stephanie Spahr

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Organische Schadstoffe

Christian Wolter

Programmbereichssprecher*in
Forschungsgruppe
Fließgewässerrevitalisierung

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