Biodiversität

Obwohl Binnengewässer weniger als ein Prozent der Erdoberfläche bedecken, gehören sie zu den artenreichsten Lebensräumen unseres Planeten – noch, denn Flüsse und Seen sind von einem rasanten Rückgang der biologischen Vielfalt betroffen. Unklar ist dabei, was dieser Verlust für unser langfristiges Wohlergehen bedeutet. Maßnahmen zu identifizieren, mit denen wir die Biodiversität unserer Gewässer am besten schützen können, ist deshalb ein wichtiges Ziel unserer Arbeit. Wir untersuchen die Ursachen, erstellen Prognosen zu den Veränderungen und bündeln unsere Kompetenzen in der Biodiversitätsforschung und im wissensgestützten Umweltschutz. Gemeinsam mit internationalen Partnern sammeln wir zudem globale Daten zur Biodiversität in Binnengewässern und schaffen damit eine einzigartige Grundlage, diese zu schützen.

Meldungen zum Thema

Fokus

"Wir haben das große Bild der biologischen Vielfalt im Blick"

Sonja Jähnig ist seit dem 1. Januar 2022 Abteilungsleiterin am IGB. Im Interview erzählt die Professorin, was sie sich persönlich vorgenommen hat, was wirklich jede*r von uns über Flüssen und Seen wissen sollte und warum Gewässer häufig aus dem Blick geraten.

Publikationen zum Thema

Dezember 2021
Proceedings of the Royal Society of London : Ser. B, Biological Sciences. - 288(2021)1959, Art. 20210803

Genomic regions associated with adaptation to predation in Daphnia often include members of expanded gene families

Xiuping Zhang; David Blair; Justyna Wolinska; Xiaolin Ma; Wenwu Yang; Wei Hu; Mingbo Yin

Die Autor*innen erforschten die genetischen Grundlagen für die Anpassung von Beute- an Raubtiere. Die Erweiterung von Genfamilien könnte ein wichtiges evolutionäres Ereignis für Daphnien sein, um in einem Lebensraum mit Fressfeinden zu überleben. Die Erweiterung von Genfamilien, die mit der Chemorezeption und dem Sehvermögen in Verbindung stehen, ermöglicht es Daphnien, Räuber besser zu erkennen.

Dezember 2021
Science of the Total Environment. - 775(2021), Art. 144441

Non-English languages enrich scientific knowledge: the example of economic costs of biological invasions

Elena Angulo; Christophe Diagne; Liliana Ballesteros-Mejia; Tasnime Adamjy; Danish A. Ahmed; Evgeny Akulov; Achyut K. Banerjee; César Capinha; Cheikh A.K.M. Dia; Gauthier Dobigny; Virginia G. Duboscq-Carra; Marina Golivets; Phillip J. Haubrock; Gustavo Heringer; Natalia Kirichenko; Melina Kourantidou; Chunlong Liu; Martin A. Nuñez; David Renault; David Roiz; Ahmed Taheri; Laura N.H. Verbrugge; Yuya Watari; Wen Xiong; Franck Courchamp

Die Autor*innen stellten globale Kosten-Daten für invasive Arten aus nicht-englischen Quellen zusammen. Eine große Datenmenge wurde für neue invasive Arten u. neue Länder hinzugefügt. Infolgedessen stiegen die geschätzten globalen Kosten für biologische Invasionen um 16,6 % (214 Milliarden US-Dollar). Eine mehrsprachige Kooperation ist notwendig, um Daten- u. Wissenslücken zu schließen.

 

Dezember 2021
Conservation Letters. - 14(2021)5, Art. e12816

Setting robust biodiversity goals

Martine Maron; Diego Juffe-Bignoli; Linda Krueger; Joseph Kiesecker; Noëlle F. Kümpel; Kerry ten Kate; E.J. Milner-Gulland; William N.S. Arlidge; Hollie Booth; Joseph W. Bull; Malcolm Starkey; Jonathan M. Ekstrom; Bernardo Strassburg; Peter H. Verburg; James E. M. Watson

Das neue globale Post-2020-Biodiversitäts-Rahmenwerk (GBF) muss Maßnahmen vorantreiben, um den Rückgang der Biodiversität aufzuhalten. Die Entwürfe für die Ziele und Zwecke sind nicht klar genug formuliert. Die Autor*innen schlagen Änderungen vor, um den Beitrag der einzelnen Maßnahmen aufzuzeigen und zu klären, ob das Erreichen der Zielvorgaben ausreicht, um das Gesamtziel zu erreichen.

November 2021
Journal of Biogeography. - 48(2021)8, 1842-1857

Spatial and local environmental factors outweigh geo-climatic gradients in structuring taxonomically and trait-based β-diversity of benthic algae

Naicheng Wu; Shuchan Zhou; Min Zhang; Wenqi Peng; Kun Guo; Xiaodong Qu; Fengzhi He

Die Autor*innen untersuchten verschiedene Facetten der β-Diversität von benthischen Algen in Fließgewässern im Nordosten Chinas. Sie fanden heraus, dass lokale Umwelt- und Raumfaktoren bei der Strukturierung der taxonomischen und merkmalsbasierten β-Diversität von benthischen Algen wichtiger sind als geoklimatische Variablen.

November 2021
Biological Conservation. - 263(2021), Art. 109335

Impacts of loss of free-flowing rivers on global freshwater megafauna

Fengzhi He; Michele Thieme; Christiane Zarfl; Günther Grill; Bernhard Lehner; Zeb Hogan; Klement Tockner; Sonja C. Jähnig

Die Autor*innen zeigten: Wenn alle beabsichtigten Staudämme gebaut werden, verlieren weltweit 19 Prozent der Flüsse mit über 500 Kilometern Länge, in denen große Tiere vorkommen, ihren Status als frei fließende Gewässer. Diese Gewässer beherbergen heute noch den höchsten Artenreichtum an großen Tieren – mehr als die dann verbleibenden frei fließenden Flüsse oder solche, die bereits verbaut sind.

Projekte zum Thema

CONNECT

Räumliche und zeitliche Konnektivität und Synchronisation von Seeökosystemen.
Ansprechpersonen
Stella A. Berger
Sabine Wollrab
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
(Abt. 3) Plankton- und mikrobielle Ökologie
Beginn
05/2018
Ende
10/2022
Themenbereiche

Management klimatischer Extremereignisse in Seen und Talsperren zum Schutz der Ökosystemleistungen (MANTEL)

Extremereignisse wie bspw. Stürme und Hitzewellen nehmen derzeit zu. Diese Zunahme wird mit der globalen Klimaerwärmung in Zusammenhang gebracht. Ziel von Mantel ist die Ausbildung einer Kohorte von Doktoranden, die sich mit den Auswirkungen derartiger Extremereignisse auf Seeökosysteme und deren Qualität beschäftigen.
Ansprechpersonen
Rita Adrian
Abteilung(en)
(Abt. 2) Ökologie der Lebensgemeinschaften und Ökosysteme
Beginn
01/2017
Ende
12/2021
Themenbereiche

Verlust der Nacht

Internationaler Forschungsverbund zur Erforschung von Ursachen und Folgen künstlicher Beleuchtung für Umwelt, Natur und Mensch.
Ansprechpersonen
Franz Hölker
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie und Biogeochemie
(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur
Beginn
01/2010
Ende
12/2013
Themenbereiche

STURGEoNOMICS

Dieses Projekt nutzt Genomsequenzierung zur Verbesserung des Schutzes und der Aquakultur zweier Störarten: Atlantischer Stör (Acipenser oxyrinchus) und Hausen (Huso huso).
Ansprechpersonen
Jörn Gessner
Matthias Stöck
Sven Würtz
Abteilung(en)
(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur
Beginn
09/2017
Ende
12/2020
Themenbereiche

IMPRESS

EU-Forschungsprojekt zum Schutz bedrohter Wanderfischarten (Lachs, Aal und Stör)
Ansprechpersonen
Robert Arlinghaus
Sven Würtz
Abteilung(en)
(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur
Beginn
01/2015
Ende
12/2018
Themenbereiche

Downloads zum Thema

Outlines | IGB Policy Brief: Biologische Vielfalt in Binnengewässern – bedrohte Lebensgrundlagen von Natur und Mensch besser schützen

In diesem IGB Policy Brief zur Bundestagswahl 2021 empfehlen IGB-Forschende eine nachhaltigere Gewässerpolitik.

Stellungnahme zur Scoping-Unterlage zur Strategischen Umweltprüfung für die Stromregelungskonzeption für die Grenzoder

Stellungnahme zur Scoping-Unterlage zur Strategischen Umweltprüfung für die Stromregelungskonzeption für die Grenzoder

Lebendiges Wasser: Forschungsagenda zur biologischen Vielfalt der Binnen- und Küstengewässer

Forschende aus 20 deutschen Wissenschaftseinrichtungen haben eine gemeinsame Forschungsagenda zur Biodiversität in Binnen- und Küstengewässern vorgelegt.

Expert*innen zum Thema

Sami Domisch

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Globale Süßwasserbiodiversität

Sonja Jähnig

Abteilungsleiter*in
Forschungsgruppe
Aquatische Ökogeographie

Matthias Stöck

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Evolutionsbiologie und Ökotoxikologie von Amphibien und Fischen

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