Biodiversität

Obwohl Binnengewässer weniger als ein Prozent der Erdoberfläche bedecken, gehören sie zu den artenreichsten Lebensräumen unseres Planeten – noch, denn Flüsse und Seen sind von einem rasanten Rückgang der biologischen Vielfalt betroffen. Unklar ist dabei, was dieser Verlust für unser langfristiges Wohlergehen bedeutet. Maßnahmen zu identifizieren, mit denen wir die Biodiversität unserer Gewässer am besten schützen können, ist deshalb ein wichtiges Ziel unserer Arbeit. Wir untersuchen die Ursachen, erstellen Prognosen zu den Veränderungen und bündeln unsere Kompetenzen in der Biodiversitätsforschung und im wissensgestützten Umweltschutz. Gemeinsam mit internationalen Partnern sammeln wir zudem globale Daten zur Biodiversität in Binnengewässern und schaffen damit eine einzigartige Grundlage, diese zu schützen.

Meldungen zum Thema

Blitzlicht

Parasiten verändern Fressverhalten von Fischen

Flussbarsche verändern ihre Nahrungszusammensetzung als Folge einer Infektion mit Augenwürmern - sie ernähren sich mit zunehmender Intensität des Parasitenbefalls selektiver.

Publikationen zum Thema

Mai 2021
Environmental Microbiology Reports. - 13(2021)3, 337-347

Variation of bacterial communities along the vertical gradient in Lake Issyk Kul, Kyrgyzstan

Keilor Rojas-Jimenez; Alex Araya-Lobo; Fabio Quesada-Perez; Johana Akerman-Sanchez; Brayan Delgado-Duran; Lars Ganzert; Peter O. Zavialov; Salmor Alymkulov; Georgiy Kirillin; Hans-Peter Grossart

Im Issyk-Kul (Kirgisistan), dem sechsttiefsten See weltweit mit dem größten Volumen eines hochgelegenen Sees, untersuchten die Autor*innen die Diversität u. Zusammensetzung der Bakterien entlang vertikaler Gradienten. Die 16S rRNA-Genanalyse ergab Veränderungen der Zusammensetzung, die v.a. mit Tiefe u. Salzgehalt zusammenhingen. Planctomyceten u. Chloroflexi dominierten in den tiefsten Schichten.

Mai 2021
Ecography. - 44(2021)5, 727-739

What factors increase the vulnerability of native birds to the impacts of alien birds?

Thomas Evans; Jonathan M. Jeschke; Chunlong Liu; David W. Redding; Çağan H. Şekercioğlu; Tim M. Blackburn

Die Ausbreitung gebietsfremder Vögel kann gravierende Auswirkungen auf heimische Vögel haben. Die Autoren identifizierten Faktoren, die zu einer größeren Anfälligkeit heimischer Vogelarten führen. Sie identifizierten zudem taxonomische Gruppen von Vögeln, die besonders geschützt werden sollten, sowie Gebiete, in denen die Auswirkungen invasiver Vogelarten besonders gravierend sind.

 

April 2021
Nature Communications. - 12(2021), Art. 2353

Distance to native climatic niche margins explains establishment success of alien mammals

Olivier Broennimann; Blaise Petitpierre; Mathieu Chevalier; Manuela González-Suárez; Jonathan M. Jeschke; Jonathan Rolland; Sarah M. Gray; Sven Bacher; Antoine Guisan

Mit Hilfe eines Datensatzes von 979 Einführungen von 173 Säugetierarten weltweit untersuchten die Autor*innen die Hypothese, dass der Etablierungserfolg gebietsfremder Arten davon abhängt, wie gut die Umweltbedingungen im exotischen Gebiet mit denen ihrer Heimat übereinstimmen. Die Ergebnisse der Studie unterstützen diese Hypothese. Sie basieren auf dem für die Studie neu entwickelten NMI Index.

April 2021
BioScience. - 71(2021)4, 337-349

The Hierarchy-of-Hypotheses approach: a synthesis method for enhancing theory development in ecology and evolution

Tina Heger; Carlos A. Aguilar-Trigueros; Isabelle Bartram; Raul Rennó Braga; Gregory P. Dietl; Martin Enders; David J. Gibson; Lorena Gómez-Aparicio; Pierre Gras; Kurt Jax; Sophie Lokatis; Christopher J. Lortie; Anne-Christine Mupepele; Stefan Schindler; Jostein Starrfelt; Alexis D. Synodinos; Jonathan M. Jeschke

In der aktuellen Big Data-Ära sind Werkzeuge zur Synthese von Daten und Informationen wichtiger als je zuvor. Der HoH-Ansatz (Hierarchy-of-Hypotheses, dt. Hypothesenhierarchie) ist ein solches Werkzeug, das dazu dient, Evidenz und Theorie zu strukturieren und eng miteinander zu verknüpfen. In dieser Publikation zeigen die Autor*innen, die Anwendung des HoH-Ansatzes in verschiedenen Disziplinen. 

April 2021
Conservation Biology. - 35(2021)2, 643-653

Combined effects of life‐history traits and human impact on extinction risk of freshwater megafauna

Fengzhi He; Simone D. Langhans; Christiane Zarfl; Roland Wanke; Klement Tockner; Sonja C. Jähnig

Süßwasser-Megafauna-Arten sind vom Aussterben bedroht, wobei über 50% aller klassifizierten Arten auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft werden. Die Autor*innen zeigen, dass Art-Merkmale, die mit dem Erholungspotenzial der Arten zusammenhängen, zusammen mit anthropogenen Einflüssen das Aussterberisiko bestimmen. Zudem wurden 17 von 49 nicht klassifizierten Arten als gefährdet prognostiziert.

Projekte zum Thema

PONDERFUL

Das IGB (Projektleitung Thomas Mehner) ist Teil eines Konsortiums in einem neuen H2020 Projekt ‚PONDERFUL‘, gefördert von der Europäischen Union, unter der Leitung der Universität Vic (Spanien). Das zentrale Ziel des Projekts ist es, den Nutzen von Teichen und Teichlandschaften für die Bewältigung der Folgen des Klimawandels, für Biodiversität und für Ökosystem-Dienstleistungen zu untersuchen.
Ansprechpersonen
Thomas Mehner
Sabine Hilt
Pieter Lemmens
Abteilung(en)
(Abt. 2) Ökosystemforschung
(Abt. 4) Biologie und Ökologie der Fische
Beginn
12/2020
Ende
11/2024
Themenbereiche

CONNECT

Räumliche und zeitliche Konnektivität und Synchronisation von Seeökosystemen.
Ansprechpersonen
Stella A. Berger
Sabine Wollrab
Abteilung(en)
(Abt. 1) Ökohydrologie
(Abt. 3) Experimentelle Limnologie
Beginn
05/2018
Ende
04/2021
Themenbereiche

Zukunft der limnischen Megafauna

Zukunft der limnischen Megafauna: Vielfalt, Funktionen, Bedrohungen und Auswirkungen auf die Erhaltung der Biodiversität
Logo: aquaphylax/ q·design  
Ansprechpersonen
Sonja Jähnig
Abteilung(en)
(Abt. 2) Ökosystemforschung
Beginn
04/2020
Ende
03/2025
Themenbereiche

Downloads zum Thema

Stellungnahme zur Scoping-Unterlage zur Strategischen Umweltprüfung für die Stromregelungskonzeption für die Grenzoder

Stellungnahme zur Scoping-Unterlage zur Strategischen Umweltprüfung für die Stromregelungskonzeption für die Grenzoder

Lebendiges Wasser: Forschungsagenda zur biologischen Vielfalt der Binnen- und Küstengewässer

Forschende aus 20 deutschen Wissenschaftseinrichtungen haben eine gemeinsame Forschungsagenda zur Biodiversität in Binnen- und Küstengewässern vorgelegt.

Expert*innen zum Thema

Sami Domisch

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Globale Süßwasserbiodiversität

Sonja Jähnig

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Aquatische Ökogeographie

Matthias Stöck

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Evolutionsbiologie und Ökotoxikologie von Amphibien und Fischen

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