Vergleichende Forschung zur Evolution kollektiver Intelligenz

Shoal of 8 guppies (Poecilia reticulata) navigating a Y-Maze

Wiederholte Tests an individuell markierten Guppys, Poecilia reticulata, in einem Y-Labyrinth haben gezeigt, dass Populationen, die sich unter verschiedenen Prädationsdrücken entwickelt hatten, bei Gruppenentscheidungen Unterschiede im Grad des sozialen Informationsflusses zeigten. Was die Entscheidungsleistung betrifft, so verringerten Fische aus räuberarmen Umgebungen die Entscheidungszeiten über wiederholte Versuchsrunden stärker als Fische aus räuberreichen Umgebungen. Dieser Effekt war nur signifikant, wenn die Fische in Gruppen von acht Tieren getestet wurden, nicht, wenn sie einzeln getestet wurden. Gruppen mit geringer Prädation steigerten die Nutzung sozialer Informationen und trafen schneller Gruppenentscheidungen. Gruppen mit hoher Prädation verringerten über die Proberunden auch die Entscheidungszeit, obwohl die Nutzung sozialer Informationen nicht zunahm. Wir vermuten, dass Populationen mit hoher und niedriger Prädation die Entscheidungszeit durch jeweils unterschiedliche Mechanismen verkürzen, von denen der eine auf der Nutzung sozialer Informationen beruht (niedrige Prädation) und der andere möglicherweise auf der verstärkten Nutzung persönlicher Informationen (hohe Prädation). Unterschiede im Prädationsdruck sind im Tierreich weitverbreitet und diese Erkenntnisse könnten daher auf eine Vielzahl sozialer Gruppen in der Natur zutreffen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entscheidungsleistung je nach Grad des Selektionsdrucks durch unterschiedliche Mechanismen innerhalb derselben Spezies erhöht werden kann.

 

Short Profile

Duration

01.11.2018
01.11.2020
Abteilung(en)
(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur
Themenbereiche
Finanzierung

Alexander von Humboldt Foundation

Ansprechpersonen

Jens Krause

Abteilungsleiter*in
Forschungsgruppe
Schwarmverhalten

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