17.05.2019 | Pressemitteilung | Katharina Bunk

IGB-Forscher Thomas Mehner ist neuer Präsident der International Society of Limnology

Dr. Thomas Mehner, Limnologe und Fischökologe am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin, hat heute sein Amt als 13. Präsident der International Society of Limnology (SIL) angetreten. Die SIL ist eine internationale Fachgesellschaft, deren Mitglieder sich den Prozessen in Binnengewässern wie Seen, Flüssen und Feuchtgebieten sowie den durch Erwärmung, Eutrophierung oder Verschmutzung hervorgerufenen Veränderungen darin widmen.

Thomas Mehner, Limnologe und Fischökologe am IGB, hat heute sein Amt als Präsident der International Society of Limnology von Yves Prairie (rechts im Bild) übernommen. | Foto: Katharina Bunk/IGB

Die Societas Internationalis Limnologiae Theoreticae et Applicatae – so ihr Gründungsname – wurde 1922 vom deutschen Ökologen und Begründer der Limnologie August Thienemann ins Leben gerufen und ist damit die älteste limnologische Fachgesellschaft der Welt. Die SIL war lange Zeit eine der wichtigsten Plattformen zum wissenschaftlichen Austausch innerhalb der Limnologie über deutsche, europäische und internationale Grenzen hinweg. Knapp 100 Jahre später ist es Zeit für eine strategische Neupositionierung. Als neuer Präsident will Thomas Mehner den Wandel vorantreiben, den sein Vorgänger Yves Prairie, Professor für Limnologie an der Université du Québec à Montréal, bereits angestoßen hat: „Da die Wissenschaft heute ganz andere Möglichkeiten der Vernetzung hat, müssen – oder besser: dürfen – wir die traditionellen Strukturen innerhalb der International Society of Limnology überdenken und  die SIL wieder zu einer praxisrelevanten Fachgesellschaft mit klarer Zielsetzung und Forschungsschwerpunkten entwickeln. Mit unserer gebündelten, internationalen Expertise können wir uns umwelt- und gesellschaftsrelevanten Problemstellungen weltweit widmen – und uns auch umweltpolitisch positionieren.“

In Zukunft sollen die SIL-Mitglieder aus Entwicklungs- und Schwellenländern deutlich besser mit den Forschenden aus Industrienationen vernetzt werden, um lokale Herausforderungen in Forschung und Gewässerschutz global bearbeiten zu können. Außerdem sollen verstärkt junge Limnologinnen und Limnologen durch die programmatische Ausrichtung angesprochen werden – ihr Drang nach Forschung, die was bewegt, soll dann auch wieder die ‚alten Hasen‘ anstecken.

Die SIL und ihre Mitglieder bringen beste Voraussetzungen für die Neuausrichtung mit: Die derzeit 1300 Mitglieder kommen aus 70 Ländern und den Disziplinen Biologie, Chemie, Physik, Geologie oder Mathematik. Alle zwei Jahre kommen sie für sechs Tage zusammen, um Theorie und Praxis zu verknüpfen und neue Forschungsbedarfe zu identifizieren. 2022 findet der SIL-Kongress in Berlin statt und wird gleichzeitig Jubiläumsfeier sein. Die SIL und ihr neuer Präsident wünschen sich, dass die programmatische Erneuerung zum 100-jährigen Jubiläum bereits sichtbar ist: „Ich möchte erreichen, dass die internationale Gemeinschaft der Forschenden in der SIL eine wissenschaftlich begründete Position zu den wichtigsten Fragen der Ökologie und der Bewirtschaftung von Gewässern erarbeitet – und diese in der Öffentlichkeit auch vertritt. Nur so kann die SIL ihrem Gründungsauftrag wieder vollständig gerecht werden.“

Über Thomas Mehner

Dr. Thomas Mehner ist Experte für Limnologie und Aquatische Ökologie. Er leitet die Arbeitsgruppe Nahrungsnetze und Fischgemeinschaften am IGB und ist Privatdozent für Fischökologie an der Humboldt Universität zu Berlin. In den vergangenen drei Jahren war er stellvertretender Direktor (a. i.) des IGB. Die SIL, der er vor 25 Jahren beigetreten ist, war seine erste Fachgesellschaft – und der Eindruck offenbar nachhaltig.

Im Interview spricht Thomas Mehner über seine Ideen für eine Neuausrichtung der SIL >

Ansprechpartner

Thomas Mehner

Stellvertretender Direktor a. i.
Arbeitsgruppe
Nahrungsnetze und Fischgemeinschaften

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