Blitzlicht
Nadja Neumann

Das neue Environment90m

Umgebungsdaten für die Biodiversitätsforschung in Süßgewässern
Binnengewässer stehen in engem Zusammenhang mit ihrer umgebenden Landschaft. Daher haben Faktoren der Landbeschaffenheit und -nutzung auch einen Effekt auf die Artenvielfalt in Gewässern. Die neue Datenbank „Environment90m” des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) liefert standardisierte, hochauflösende Umweltinformationen, um Süßwasserlebensräume überall auf der Welt zu charakterisieren.
Die Donau, Copernicus Sentinel Daten.

Die Donau, Copernicus Sentinel Daten. | Foto: ESA

Die Datenbank wurde in der Fachzeitschrift „Earth System Science Data” vorgestellt und ist über die Website des IGB zugänglich. Sie eignet sich besonders für biogeografische Analysen von Süßwasserökosystemen, einschließlich der Modellierung der Verbreitung von Süßwasserarten.

„Die hohe Auflösung und globale Abdeckung der Daten ermöglicht es Forschenden, Umweltbedingungen von Süßwasserlebensräumen präzise zu analysieren und räumlich detaillierte Vorhersagen über geeignete Lebensräume für Arten zu treffen”, sagt Jaime R. García-Márquez, Erstautor der Studie vom IGB. Environment90m umfasst 106 Umweltvariablen für 726 Millionen Teileinzugsgebiete weltweit, darunter 45 Variablen zu Topografie und Hydrographie, 19 Klimavariablen für den Zeitraum 1981–2010 sowie Prognosen für die Zeiträume 2041–2070 und 2071–2100. Darüber hinaus enthält sie 22 Landbedeckungskategorien für die Jahre 1992 bis 2020, 15 Bodenvariablen sowie Informationen zu Trockenheit und modelliertem Abfluss. Die Datenbank ist außerdem nahtlos mit dem Datensatz Hydrography90m verknüpft, der detaillierte Flussnetzwerke bereitstellt. 

Der Artikel erläutert anhand von Beispielen wie der Habitat-Eignung für Fische im Donaubecken und der Umweltcharakterisierung von Seeoberläufen die Nutzung von Environment90m. „Da die Daten bei hoher Auflösung und großen räumlichen Ausdehnungen sehr umfangreich werden können, haben wir in unserer Veröffentlichung den Workflow für verschiedene Forschungsansätze skizziert”, ergänzt IGB-Forscher Dr. Sami Domisch, der die Datenbank initiiert hat. 

 

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