(Abt. 2) Ökologie der Lebensgemeinschaften und Ökosysteme

Binnengewässer beherbergen eine außergewöhnliche biologische Vielfalt, sind Orte intensiven Stoffumsatzes und erbringen wichtige Ökosystemleistungen für die Menschheit. Süßwasserökosysteme sind jedoch vielfältigen Veränderungen und oft gleichzeitig wirkenden Stressfaktoren ausgesetzt. Die Abteilung Ökologie der Lebensgemeinschaften und Ökosysteme konzentriert sich auf die Erforschung der Ökologie von aquatischen Lebensgemeinschaften und Ökosystemen und deren Reaktion auf den globalen Wandel. Dazu werden die Prozesse und Wechselwirkungen sowie die Auswirkungen des Menschen auf Süßwasserökosysteme einschließlich deren Treiber untersucht. Ziel ist es, das Verständnis für die Struktur und Funktionsweise von Binnengewässern als Grundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Süßwasserökosystemen zu verbessern. Unsere Forschung konzentriert sich auf vier Themen:

  • Reaktion von Lebensgemeinschaften und biologischer Vielfalt auf sich verändernde Umweltbedingungen
  • Wechselwirkungen zwischen Lebensgemeinschaften, ihrer Umwelt und der Funktionsweise von Ökosystemen
  • Räumlich-zeitlich explizite Muster von Biodiversität auf verschiedenen Ebenen
  • Forschung für nachhaltiges Gewässermanagement

Wir entwickeln und nutzen dafür die Daten des Langzeitmonitorings von Müggelsee und Spree sowie andere Langzeitdatenbanken, verwenden räumlich explizite statistische und deterministische Modellierungsansätze und führen Labor- und Feldexperimente durch. Unsere Abteilung ist eingebunden in die Forschung zum besseren Verständnis der in der Biosphäre ablaufenden Prozesse sowie zu den vielfältigen Auswirkungen des globalen Wandels auf die Biodiversität und in die Entwicklung theoretischer Konzepte in der Ökologie.

Ansprechpersonen

Sonja Jähnig

Abteilungsleiter*in
Forschungsgruppe
Aquatische Ökogeographie

Abteilungsmitglieder

Ausgewählte Publikationen

April 2022
Global Ecology and Biogeography. - 31(2022)5, 1006-1020

Incongruent latitudinal patterns of taxonomic, phylogenetic and functional diversity reveal different drivers of caddisfly community assembly across spatial scales

Afroditi Grigoropoulou; Astrid Schmidt-Kloiber; Cesc Múrria

Die Autor*innen untersuchten den Beitrag lokaler vs regionaler Prozesse und historischer vs aktueller Faktoren zur Schaffung makroökologischer Muster, indem sie die Verteilung der taxonomischen, funktionalen u. phylogenetischen Vielfalt von Köcherfliegen über den Breitengradienten in Europa bewerteten. Dies zeigt die Bedeutung regionaler Umweltfilter u. den Ursprung der nördlichen Gemeinschaften.

April 2022
Limnology and Oceanography. - 67(2022)S1, S101-S120

Antecedent lake conditions shape resistance and resilience of a shallow lake ecosystem following extreme wind storms

Michael W. Thayne; Benjamin M. Kraemer; Jorrit P. Mesman; Bastiaan W. Ibelings; Rita Adrian

Das Hauptziel war die Entwicklung einer systematischen, standardisierten und quantitativen Methodik, die eine Synthese von Resistenz und Resilienz von Seen auf extreme Stürme ermöglicht. Die Resistenz und Resilienz hingen sehr stark von den Bedingungen im See (Algenbiomasse, thermische Struktur) ab und eine höhere Sturmintensität und -dauer verringerte die Resistenz und Resilienz des Sees.

März 2022
Molecular Ecology Resources. - 22(2022)3, 946-961

Refining the evolutionary time machine: an assessment of whole genome amplification using single historical Daphnia eggs

Christopher James O’Grady; Vignesh Dhandapani; John K. Colbourne; Dagmar Frisch

Aquatische Sedimente enthalten Eibanken des planktischen Süßwasserkrebs Daphnia, und anderer Wirbelloser. Diese "Zeitkapseln" erlauben die Erfassung genomischer Evolution über Jahrhunderte. Um einzelne Eier mit winzigen DNA-Mengen sequenzieren zu können, entwickelten die Autor*innen ein Protokoll zur Amplifikation ganzer Genome, mit vollständiger Sequenzierung von jahrhundertealten Eiern.

Februar 2022
Journal of Applied Ecology. - 59(2022)1, 165-175

Warming alters juvenile carp effects on macrophytes resulting in a shift to turbid conditions in freshwater mesocosms

Peiyu Zhang; Huan Zhang; Huan Wang; Sabine Hilt; Chao Li; Chen Yu; Min Zhang; Jun Xu

Die Autor*innen untersuchten die einzelnen u. kombinierten Auswirkungen von wärmerem Wasser (+4,5°C) und benthivoren Jungkarpfen auf aquatische Makrophyten in 24 Mesokosmen. Es zeigte sich ein Regimewechsel von Klarwasserbedingungen, die von Makrophyten dominiert wurden, zu einem trüben Zustand, der durch die Auswirkungen der Erwärmung auf die Fische und nicht auf Makrophyten ausgelöst wurde.

Februar 2022
Frontiers in Ecology and the Environment. - 20(2022)1, 49-57

From meta-system theory to the sustainable management of rivers in the Anthropocene

Núria Cid; Tibor Erős; Jani Heino; Gabriel Singer; Sonja C. Jähnig; Miguel Cañedo-Argüelles; Núria Bonada; Romain Sarremejane; Heikki Mykrä; Leonard Sandin; Riikka Paloniemi; Liisa Varumo; Thibault Datry

Die meisten Verfahren zum Schutz, zur Wiederherstellung und zum Biomonitoring von Flüssen konzentrieren sich auf Strategien und Maßnahmen auf lokaler Ebene. Um das Management von Flussnetzwerken im Anthropozän zu verbessern, schlagen die Autor*innen zusätzliche Metriken und Bewertungsansätze vor, die regionale Prozesse effektiver einbeziehen.

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