Die Weißfußgarnele (Litopenaeus vannamei) | Foto: Mirko Bögner
Die Publikation konzentriert sich auf die Zucht der Weißfußgarnele (Litopenaeus vannamei) und richtet sich insbesondere an Praxis, Unternehmen und Verbände aus dem Aquakultursektor, um Tierwohlaspekte in der Garnelenzucht zu fördern. Sie kann auch als Nachschlagewerk in experimentellen Versuchsanlagen oder bei routinemäßigen Beobachtungen in Zuchtbetrieben dienen, insbesondere in kleinen Betrieben, in denen standardisierte Betriebsprotokolle oft weniger etabliert und verbreitet sind.
Ein morphologischer Index zur Beurteilung des Tierwohls bei Garnelen
Das Tierwohl orientiert sich häufig an den so genannten „Fünf Freiheiten“: Freiheit von Hunger und Durst; Unbehagen; Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten; Angst und Stress; sowie die Freiheit, normales Verhalten auszuleben. Obwohl diese Prinzipien ursprünglich für Wirbeltiere entwickelt wurden, werden sie zunehmend auch für Wirbellose in der Aquakultur diskutiert. Bei Garnelen und anderen Zehnfußkrebsen (wie Krabben und Hummern) gehören zu den zentralen Tierwohlaspekten die Zuchtpraktiken sowie Transport, Besatz, Haltung und Schlachtung. Das IGB Manual legt den Schwerpunkt auf morphologische Veränderungen unter Stressbedingungen. Der Index vereint die eigenen Forschungserkenntnisse mit Ergebnissen aus früheren Studien und liefert detaillierte Beschreibungen sowie Fotomaterial, um eine einheitliche Bewertung zu ermöglichen. Morphologische Schädigungen werden anhand von Abbildungen dargestellt, zusammen mit empfohlenen Beobachtungsverfahren. Zur Unterstützung der Interpretation des Indexes werden Versuchsergebnisse und Beobachtungen aus der Praxis beschrieben. Dies ermöglicht es Praxisakteuren, den Zustand und die Gesundheit der Tiere über einen längeren Zeitraum hinweg zu überwachen.
Rückmeldungen von Fachleuten sind willkommen
„Wir laden Fachleute explizit ein, uns Feedback und Vorschläge zu geben und ausgefüllte Formulare mit morphologischen Indizes einzureichen, um den Datensatz zu erweitern“, betont der IGB-Wissenschaftler Dr. Sven Würtz, Mitautor und Leiter der Forschungsgruppe „Molekulare Fischphysiologie“ am IGB. Die Veröffentlichung entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung; sowie der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie fasst zudem die Ergebnisse des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekts „CrustaWohl“ zusammen.
Das IGB Manual kann unterhalb dieses Textes heruntergeladen werden (auf Englisch).