Probenahme an der Panke in Berlin im Rahmen von BiNatUr. | Foto: David Ausserhofer
Städtische Gewässer wie Teiche, Tümpel, Seen und Fließgewässer spielen eine entscheidende Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel. Sie wirken als Kühlinseln, regulieren den Wasserkreislauf und bieten zahlreichen Arten Lebensraum. Daher werden die klimapolitischen Ziele vieler Städte durch blaue und grüne Infrastrukturen unterstützt.
Die Biodiversitätsstrategie der Europäischen Union für 2030 und die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur haben konkrete Ziele zum Schutz der Biodiversität und zur Erreichung eines Netto-Null-Verlusts an blauen und grünen Flächen in städtischen Umgebungen festgelegt. Dazu gehören die Wiederherstellung degradierter natürlicher Lebensräume und die Umsetzung neuer naturbasierter Lösungen. „Um den Erfolg oder Misserfolg dieser politischen Ziele einschätzen zu können, ist eine regelmäßiges Monitoring der Renaturierungs- und Umsetzungsmaßnahmen erforderlich. Dafür gibt es jedoch bisher kaum geeignete Rahmenwerke“, sagt die IGB-Forscherin Dr. Maria Warter.
In dem Projekt „Bringing nature back – biodiversity-friendly nature-based solutions in cities (BiNatUr)“ untersuchte ein internationales Forschungsteam die Funktionsweisen von naturbasierten Lösungen in urbanen Kleingewässern exemplarisch in fünf europäischen Städten: Antwerpen, Berlin, Helsinki, Lissabon und Posen. Ziel des Projekts war es, einen Überwachungsrahmen für die Biodiversität und Funktionalität aquatischer naturbasierter Lösungen zu entwickeln und anzuwenden.
Die Leitlinien des nun vorgelegten Berichts umfassen die Überwachungen der hydromorphologischen Bedingungen, der Vegetation (sowohl terrestrisch als auch aquatisch), der mikrobiellen Gemeinschaften, der wirbellosen Tiere, der hydrologischen Prozesse und der Wasserqualität. Zudem werden Methoden zur Analyse der gesammelten Umwelt-, Hydrologie- und Ökologiedaten vorgestellt, die als Indikatoren für die ökohydrologische Qualität und den Biodiversitätswert urbaner aquatischer naturbasierter Lösungen dienen können.
„Durch den Einsatz wissenschaftlich fundierter Überwachungsmethoden und Indikatoren ist es möglich, die Planung, Umsetzung und langfristige Pflege von Renaturierungsmaßnahmen und aquatischen naturbasierten Lösungen zu unterstützen und deren umfassendes Management zu verbessern“, sagt die Professorin Dörthe Tetzlaff vom IGB.
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