Ökohydrologische Prozesse in urbanen Ökosystemen
Gruppenprofil
Der Einfluss von hydroklimatischen Stressoren auf urbane Gewässer führt zu extremen Schwankungen der Wasserqualität und -quantität, wie das Beispiel der Wuhle im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf zeigt. | © Maria Warter
Der ökologische Zustand urbaner Gewässer in Deutschland und weltweit stellt Umwelt und Gesellschaft in Zeiten von zunehmenden hydroklimatischen Extremereignissen vor große Herausforderungen. Die erheblichen menschlichen Eingriffe in urbane Fließgewässerstrukturen haben zu einem Verlust der natürlichen Ökosystemfunktionen und aquatischer Biodiversität geführt. Dennoch haben städtische Gewässer sehr großes Potential, um zur Aufrechterhaltung der Lebensgrundlage Wasser und der biologischen Vielfalt beizutragen. Blau-grüne Infrastrukturen und die Wiederherstellung von naturnahen Gewässerstrukturen und einem naturnahen Wasserhaushalt können dabei helfen, Wasserqualität nachhaltig zu verbessern, genügend Wasser für alle Wassernutzer bereitzustellen, lokale Biodiversität zu fördern, sowie zur Gesundheit der städtischen Bevölkerung und zur Klimavorsorge- und Klimafolgenanpassung beizutragen.
Die Forschungsgruppe arbeitet an der Schnittstelle zwischen Hydrologie und Klima-, Boden-, und Pflanzenwissenschaften, aber auch Chemie und Physik. Wir untersuchen gezielt mittels integrativer Messmethoden die Wechselwirkungen zwischen hydrologischen Prozessen, Nährstoffkreisläufen, aquatischen Organismen und dem angrenzenden urbanen Lebensraum sowie hydroklimatischen Stressoren in blau-grünen Infrastrukturen. Durch die Kopplung von hydrologischen Ansätzen mit anderen natürlichen Tracern wie Wasserchemie und Umwelt DNA („environmental DNA“ – kurz eDNA), erfassen wir die Wechselwirkungen zwischen mikrobiellen Mustern und Hydrologie auf neuartige Weise, um den Zusammenhang zwischen hydroklimatischen Veränderungen und Verstädterungseffekten zu analysieren. Ziel unserer Forschung ist es ein ökohydrologisches, biogeochemisches und biologisches Prozessverständnis zu stärken, um die Entwicklung von Strategien und Konzepte zur nachhaltigen Nutzung der Ressource Wasser zu stärken.