Juliane Ewald, Dr. Timo Rittweg und Dr. Anika Preuss (v. l.) erhielten am 14. April im Standort MEERESMUSEUM die Preise der „Forschungsstiftung Ostsee“ | Foto: Anke Neumeister,Deutsches Meeresmuseum
Dr. Timo Rittweg widmete sich in seiner am IGB erstellten Doktorarbeit einer bislang wissenschaftlich wenig beachteten bedeutenden Fischart: Bei den Hechten der inneren Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns handelt es sich um eine Süßwasserfischart, die sich an das Leben im Brackwasser angepasst hat. Timo Rittweg fand heraus, dass um Rügen eine bislang ungeahnte Diversität innerhalb des Hechtbestands existiert. Die Population ist in drei genetisch unterschiedliche Gruppen aufgeteilt, die sich stark in ihrem Wander- und Fressverhalten unterscheiden. So konzentrieren sich etwa mit zunehmender Größe Hechte, die sich an das Leben und die Fortpflanzung im Brackwasser angepasst haben, stärker auf marine Beute. Besonders frühjahrslaichende Heringe stellen eine wichtige Nahrungsquelle dar. Dieses Ergebnis zeigt, wie sich die Entwicklung der offenen Ostsee auf die Dynamik der Fische in den inneren Boddengewässern auswirkt. Zwar unterscheidet sich das altersspezifische Wachstum zwischen den Untergruppen, die lebenslange Wachstumsleistung und damit die individuelle Fitness sind jedoch dieselben. Dies ermöglicht den Teilpopulationen ein Zusammenleben. Ein weiteres zentrales Ergebnis der Dissertation war, dass korrekte Altersbestimmungen für die Planung ökologisch nachhaltiger Fangbestimmungen entscheidend sind. So flossen die Erkenntnisse von Timo Rittweg zur Wachstumsbiologie der Hechte und zur Diversität der Hechtpopulation in die Erarbeitung neuer Bewirtschaftungs- und Schutzkonzepte für den Boddenhecht ein.
Wir vom IGB gratulieren Timo sehr herzlich zu diesem Preis und wünschen ihm alles Gute für seinen weiteren Werdegang!
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Die Pressemitteilung des MEERESMUSEUM Stralsund lesen >
Timo Rittweg arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Johann Heinrich von Thünen-Institut – Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei.