(Abt. 3) Experimentelle Limnologie

Schwerpunkt der Untersuchungen der Abteilung Experimentelle Limnologie am Ufer des Stechlinsees nördlich von Berlin sind die Folgen des globalen Umweltwandels auf Gewässer. Im Zentrum stehen dabei Auswirkungen auf die Stoffumsätze und die Biodiversität des Seenplanktons. Neben Bakterien im Wasser, in Sedimenten und auf Organismen untersuchen wir Phytoplankton, Zooplankton, Pilze, Viren und die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen diesen Organismen. Zentral für die Forschung der Abteilung sind Freilandexperimente im IGB-Seelabor, einer einzigartigen, im Stechlinsee schwimmenden Forschungsplattform. Diese Experimente ergänzen wir durch Freilandbeobachtungen, Laborversuche, theoretische Modelle und die Analyse von Langzeitdaten. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden Konzepte und Methoden für ein nachhaltiges Gewässermanagement von Seeökosystemen entwickelt.

Ansprechpersonen

Mark Gessner

Abteilungsleiter*in
Forschungsgruppe
Ökosystemprozesse

Forschungsgruppen

Mark Gessner
Jens Christian Nejstgaard

Abteilungsmitglieder

Ausgewählte Publikationen

Mai 2021
Environmental Microbiology Reports. - 13(2021)3, 337-347

Variation of bacterial communities along the vertical gradient in Lake Issyk Kul, Kyrgyzstan

Keilor Rojas-Jimenez; Alex Araya-Lobo; Fabio Quesada-Perez; Johana Akerman-Sanchez; Brayan Delgado-Duran; Lars Ganzert; Peter O. Zavialov; Salmor Alymkulov; Georgiy Kirillin; Hans-Peter Grossart

Im Issyk-Kul (Kirgisistan), dem sechsttiefsten See weltweit mit dem größten Volumen eines hochgelegenen Sees, untersuchten die Autor*innen die Diversität u. Zusammensetzung der Bakterien entlang vertikaler Gradienten. Die 16S rRNA-Genanalyse ergab Veränderungen der Zusammensetzung, die v.a. mit Tiefe u. Salzgehalt zusammenhingen. Planctomyceten u. Chloroflexi dominierten in den tiefsten Schichten.

April 2021
Remote Sensing. - 13(2021)8, Art. 1542

The use of Sentinel-2 for Chlorophyll-a spatial dynamics assessment: a comparative study on different lakes in Northern Germany

Igor Ogashawara; Christine Kiel; Andreas Jechow; Katrin Kohnert; Thomas Ruhtz; Hans-Peter Grossart; Franz Hölker; Jens C. Nejstgaard; Stella A. Berger; Sabine Wollrab

Die Studie leistet einen Beitrag zur Nutzung von Satellitenbildern für die Überwachung der Wasserqualität von Binnengewässern. Durch die Verwendung von in situ Messungen des Algenpigments Chlorophyll-a in Flachlandseen konnten die Autor*innen eine geeignete Atmosphärenkorrektur u. einen biooptischen Algorithmus identifizieren, um Chlorophyll-a anhand von Sentinel-2-Satellitenbildern zu bestimmen. 

März 2021
The American Naturalist. - 197(2021)3, 281-295

Climate change – Driven regime shifts in a planktonic food web

Sabine Wollrab; Lyubov Izmest’yeva (Любовь Р. Изместьева); Stephanie E. Hampton; Eugene A. Silow (Евгений А. Зилов); Elena Litchman; Christopher A. Klausmeier

Die Eisbedeckung von Gewässern nimmt durch den Klimawandel weltweit ab. Wie sich der Rückgang der Winterperiode auf das Zusammenspiel von Phyto- und Zooplankton auswirkt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Dies Studie zeigt, dass die im Mittel abnehmende Dauer der Eisbedeckung abrupte Veränderungen in der Planktondynamik zur Folge haben kann.

Januar 2021
The ISME journal. - 15(2021)

Zooplankton carcasses stimulate microbial turnover of allochthonous particulate organic matter

Darshan Neubauer; Olesya Kolmakova; Jason Woodhouse; Robert Taube; Kai Mangelsdorf; Michail Gladyshev; Katrin Premke; Hans-Peter Grossart

Die Autor*innen untersuchten, ob der mikrobielle Abbau von refraktärem organischen Material (OM) durch die Zugabe von gut verfügbarem OM von totem Zooplankton stimuliert wird. Sie maßen eine höhere Respiration, wenn Zooplankton OM bis zu einem Verhältnis von 1:1 dazugegeben wurde. Die Stimulation war stärker in einer komplexen mikrobiellen Gemeinschaft mit Eukaryonten als nur Bakterien. 

Januar 2021
The ISME journal. - 15(2021)

Mesopelagic microbial carbon production correlates with diversity across different marine particle fractions

Chloé M. J. Baumas; Frédéric A. C. Le Moigne; Marc Garel; Nagib Bhairy; Sophie Guasco; Virginie Riou; Fabrice Armougom; Hans-Peter Grossart; Christian Tamburini

Der vertikale Fluss von “marine snow” reduziert atmosphärisches CO2. V.a. partikel-assoziierte Prokaryonten sind für den C-Verlust verantwortlich. Messungen von prokaryotischer heterotropher Produktion u. Artenreichtum im Nordatlantik zeigen, dass C-Verluste u. assoziierter mikrobieller Artenreichtum in den Partikelfraktionen variieren. Große, rasch-absinkende Partikel bestimmen die C-Festlegung.

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