(Abt. 3) Plankton- und Mikrobielle Ökologie

Schwerpunkt der Untersuchungen der Abteilung Plankton- und Mikrobielle Ökologie am Ufer des Stechlinsees sind die Folgen des globalen Umweltwandels auf Gewässer. Im Zentrum stehen dabei Auswirkungen auf die Biodiversität und Stoffumsätze von Planktongemeinschaften in Seen. Das schließt Untersuchungen über die Dynamik, die Aktivität und die vielfältigen Wechselwirkungen von Bakterien, Phytoplankton, Zooplankton und Pilzen ein. Ein besonderes Merkmal der Forschung in der Abteilung sind Freilandexperimente im Seelabor des IGB, einer einzigartigen, im Stechlinsee schwimmenden Forschungsplattform. Diese Großexperimente werden durch Analysen von Langzeitdaten aus Freilandbeobachtungen, Laborversuche und die Entwicklung von Modelle und neuen Methoden der Plantonanalyse ergänzt. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen entwickeln wir Konzepte und Methoden für den Schutz und eine nachhaltige Bewirtschaftung von Gewässerökosystemen angesichts des fortschreitenden Umweltwandels.

Ansprechpersonen

Mark Gessner

Abteilungsleiter*in
Forschungsgruppe
Ökosystemprozesse

Forschungsgruppen

Stella A. Berger
Mark Gessner
Jens Christian Nejstgaard
Sabine Wollrab

Abteilungsmitglieder

Ausgewählte Publikationen

November 2022
Limnology and Oceanography Letters. - XX(20XX)XX, XX

Environmental variability in aquatic ecosystems: avenues for future multifactorial experiments

Miriam Gerhard ... Stella A. Berger ... Jens C. Nejstgaard ...

Variabilität ist allen Ökosystemen inhärent. Die Folgen von Veränderungen bestehender Variabilitätsmuster von Umweltfaktoren, die durch den globalen Wandel erwartet werden, sind nach wie vor unklar. Die Autor*innen identifizierten Unstimmigkeiten, Herausforderungen u. Wissenslücken, um zu zu einer Forschungsagenda über die Auswirkungen von Variabilität in aquatischen Systemen beizutragen.

Juni 2022
Frontiers in Microbiology. - 13(2022), Art. 805694

Antarctic glacial meltwater impacts the diversity of fungal parasites associated with benthic diatoms in shallow coastal zones

Doris Ilicic; Jason Woodhouse; Ulf Karsten; Jonas Zimmermann; Thomas Wichard; Maria Liliana Quartino; Gabriela Laura Campana; Alexandra Livenets; Silke Van den Wyngaert; Hans-Peter Grossart

Erste Studie zur Pilzvielfalt in benthischen Habitaten der Antarktis entlang eines Salzgradienten, um das Vorkommen von Pilzparasiten mit ihren benthischen Algenwirten zu bestimmen. Ascomycota und Chytridiomycota sind die häufigsten Pilztaxa. Der Salzgehalt beeinflusst die Zusammensetzung der Pilz- u. der gesamten eukaryotischen Gemeinschaft. Die Pilzvielfalt nimmt mit abnehmendem Salzgehalt zu.

Juni 2022
Biogeosciences. - 19(2022)11, 2841–2853

Dissolved organic matter signatures in urban surface waters: spatio-temporal patterns and drivers

Clara Romero González-Quijano; Sonia Herrero Ortega; Peter Casper; Mark O. Gessner; Gabriel A. Singer

Studie zur Zusammensetzung der gelösten organischen Substanz (DOM) aus verschiedenen Gewässertypen in Berlin. Die DOM aus Seen u. Teichen unterschied sich in ihrer Zusammensetzung und ihrer zeitlichen Umsetzung stark von der aus Bächen u. Flüssen. Flächennutzung, Nährstoffzufuhr u. Verschmutzung durch Punktquellen waren die Hauptfaktoren. Dies legt nahe, die DOM in das Monitoring einzubeziehen.

Platzhalter Publikations-Cover
Mai 2022
Earth system science data. - 14(2021)4, S. 1857–1867

Spatial and seasonal patterns of water isotopes in northeastern German lakes

Bernhard Aichner; David Dubbert; Christine Kiel; Katrin Kohnert; Igor Ogashawara; Andreas Jechow; Sarah-Faye Harpenslager; Franz Hölker; Jens Christian Nejstgaard; Hans-Peter Grossart; Gabriel Singer; Sabine Wollrab; Stella Angela Berger

Im Rahmen von Messkampagnen wurden die räumlichen und zeitlichen Dynamiken von stabilen Wasserisotopen in nordostdeutschen Seen erfasst. Die Daten dienen als Basis für weitergehende Untersuchungen, z.B. im Zusammenhang mit biochemischen Prozessen in Makrophyten und der Konnektivität von Seen.

Mai 2022
Limnology and Oceanography. - 67(2022)6, 1402-1415

Flexible habitat choice of pelagic bacteria increases system stability and energy flow through the microbial loop

Luis Alberto Villalba; Rajat Karnatak; Hans-Peter Grossart; Sabine Wollrab

Die theoretische Studie evaluierte die mikrobielle Dynamik von partikel-assoziierten vs frei-lebenden Bakterien. Bakterielle Generalisten, die beide Lebensräume nutzen, erhöhen die Stabilität und den Energietransport durch den ‚microbial loop‘.  Anpassungsstrategien von Bakterien sind wichtig, um die Konsequenzen von zunehmender Partikellast, z.B. durch Sediment und Mikroplastik, abzuschätzen.

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