- Abteilung:(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur
An unbiased molecular approach using 3′-UTRs resolves the Avian Family-Level tree of life
Die Autor*innen konnten erstmals die Verwandtschaftsbeziehungen aller Familien der Nicht-Sperlingsvögel und fast aller Familien der Sperlingsvögel auf Basis von Transkriptomdaten aufklären. Der neue Stammbaum basiert auf Genabschnitten (3‘‑UTRs), die nicht für Proteine kodieren, aber Sequenzen enthalten, die jeweils spezifisch für die Familien und deren Gattungen sind.
The battle between harvest and natural selection creates small and shy fish
Über die Fischerei werden vor allem größere und aktivere Fische aus Populationen herausgefangen. Damit wirkt das Fischen als Selektionsfaktor, der scheue Fische bevorteilt, wie diese Studie unter Leitung des IGB an Hechten zeigt.
How much habitat does a river need?: a spatially-explicit population dynamics model to assess ratios of ontogenetical habitat needs
Die Autor*innen erforschten mit einem räumlich expliziten Populationsmodell für die Barbe die funktionalen Abhängigkeiten von Teil-Habitaten. Sie zeigten, dass die Revitalisierung von nur Laich- bzw. nur Brutaufwuchshabitaten nicht wirkt; Die funktionale Einheit u. eine Mindestgröße der Habitate sind essenziell. Das Modell hilft, den Revitalisierungserfolg auf Basis der Fläche zu prognostizieren.

Global participation in and public attitudes toward recreational fishing: international perspectives and developments
In dieser Literaturstudie werden die globalen Trends in der Freizeitfischerei, die Partizipationsgründe und ihre soziale Einbettung weltweit betrachtet. In den westlichen Ländern wird eine Verschiebung der öffentlichen Werte von anthropozentrischen zu biozentrischen Sichtweisen dokumentiert; Dort wird die Erhaltung der Biodiversität zu einem Hauptziel des modernen Fischereimanagements.
Phenol-rich fulvic acid as a water additive enhances growth, reduces stress, and stimulates the immune system of fish in aquaculture
Die Studie zeigt, dass eine Immunstimulation über die Kiemen mit Fulvosäure möglich ist und der hohe Phenolgehalt die allgemeine Gesundheit und Stressresistenz der Fische verbessert.
Parasite infection disrupts escape behaviours in fish shoals
Die Autor*innen zeigen, dass Dreistachlige Stichlinge, die mit dem Bandwurm Schistocephalus solidus infiziert sind, die Übertragung von Fluchtreaktionen in einem Schwarm stören können u. so ihr eigenes, sowie das Prädationsrisiko ihrer nicht infizierten Schwarmmitglieder erhöhen. Die Studie deckt eine potenziell weitreichende Fitness-Folge der Gruppenbildung mit infizierten Individuen auf.
The combined effects of climate change and river fragmentation on the distribution of Andean Amazon fishes
Die Autor*innen kombinierten Artverbreitungsmodelle u. Funktionsmerkmale von Amazonasfischen der Anden mit Staudammstandorten u. Klimaprognosen. Sie bewerteten die möglichen Auswirkungen des künftigen Klimas auf die Artverbreitung, untersuchten die kombinierten Effekte von Flussfragmentierung u. Klimawandel sowie die Zusammenhänge zwischen diesen Auswirkungen u. den Funktionsmerkmalen der Arten.
On the conservation value of historic canals for aquatic ecosystems
Dies ist eine Übersichtsstudie zu ökologischen Studien in historischen Kanalsystemen. Die Autor*innen analysierten das Potenzial historischer Kanäle, zum Erhalt der aquatischen Biodiversität beizutragen, und machten Vorschläge zum Schutz der Biodiversität angesichts der Chancen und Herausforderungen im Kanalmanagement (z.B. Naturschutz vs. Denkmalschutz).
The role of connectivity in the interplay between climate change and the spread of alien fish in a large Mediterranean river
Staudämme verschärfen die Auswirkungen des Klimawandels auf Fische: Eine mögliche Anpassung von Flussfischen an Klimaveränderungen ist es, sich neue Lebensräume zu erschließen. Staudämme schränken Fische in der Auswahl ihrer Lebensräume maßgeblich ein, verhindern aber nicht unbedingt die Ausbreitung invasiver Arten.
Pragmatic animal welfare is independent of feelings
Dieser Letter to Science legt dar, dass eine wirksame Anwendung des Tierschutzes im Naturschutz auch möglich ist, wenn sie sich auf objektive und messbare Parameter des Wohlbefindens der Tiere stützt – ohne sich auf Konzepte wie Bewusstsein, Empfindungsvermögen oder Schmerz zu berufen.