Blitzlicht
Angelina Tittmann

Baggerseen verbessern

Wie Angelvereine Fische und Artenvielfalt fördern können
Diese Frage diskutierten 170 Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Naturschutz und Anglerschaft zur Abschlusskonferenz des Projekts BAGGERSEE. In diesem untersuchte ein Team aus Forschenden und Angelvereinen des Anglerverbands Niedersachsen (AVN) in den letzten sechs Jahren, wie Baggerseen mittels Flachwasserzonen und Totholz ökologisch aufgewertet werden können. Wissenschaftliche Projektpartner sind das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), die Humboldt-Universität zu Berlin (HU), die Technische Universität Berlin (TU) und die Hochschule Bremen (HSB).

„Die Resonanz war überwältigend“, resümiert Robert Arlinghaus, Wissenschaftler am IGB und an der HU Berlin und Koordinator des Projekts. Tatsächlich erhielt das BAGGERSEE-Team Anmeldungen von Norwegen bis Nußloch (Baden-Württemberg) für den Fachaustausch auf der Abschlusskonferenz. Die Referent*innen aus Forschung und Anglerschaft präsentierten in acht Vorträgen einen Mix aus wissenschaftlichen Projektergebnissen und praktischen Anregungen. In einer langen Mittagspause konnte zudem die Wanderausstellung des Projekts erkundet werden.

Wer bedauert die Konferenz verpasst zu haben, kann sich dennoch informieren: Die Broschüre "Naturnahe Gestaltung von Uferzonen an Baggerseen. Chancen, Schwierigkeiten, Potentiale" gibt Aufschluss über das Projekt und erste Ergebnisse. Sie richtet sich an alle, die sich für Naturschutz am Wasser interessieren, Gewässer hegen, behördliche Genehmigungen erteilen oder die Nachnutzung von Abgrabungsgewässern festlegen. Die Leserinnen und Leser erfahren auf 71 Seiten, wie sie mittels Flachwasserzonen und Totholz Baggerseen zu mehr Artenreichtum verhelfen können. Wissenschaftliche Fakten rund um die Bewirtschaftung von dieser Gewässer werden anschaulich erklärt und durch Checklisten ergänzt.

Insgesamt sprechen sich die Autor*innen dafür aus, Naturschutz und Naturnutzung an Gewässern zusammenzudenken. Das gilt sowohl für die Anglerschaft als auch für Akteure des Naturschutzes. Das Projekt BAGGERSEE hat gezeigt, dass Kooperationen von Wasserbehörden, Naturschutzbehörden, Angelvereinen und Naturschutzverbänden möglich sind. Lebensraumverbessernde Maßnahmen sind eine Schnittmenge, auf der diese Akteure sich gut begegnen und gemeinsam etwas bewirken können: für den Erhalt und die Steigerung der Biodiversität.

Über das Projekt

BAGGERSEE ist ein Gemeinschaftsprojekt des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), des Anglerverbands Niedersachsen e. V. (AVN), der Hochschule Bremen und der Technischen Universität Berlin (TU). Das Forschungs- und Umsetzungsprojekt wurde gefördert im Rahmen der gemeinsamen Förderinitiative „Forschung zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). 

Ansprechpersonen

Robert Arlinghaus

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Integratives Angelfischereimanagement
Downloads

Naturnahe Gestaltung von Uferzonen an Baggerseen: Chancen, Schwierigkeiten, Potentiale

Baggerseen sind wertvolle und unterschätzte Lebensräume für viele ans Wasser gebundene Arten. Auch prägen sie in zahlreichen deutschen Bundesländern maßgeblich die Gewässerlandschaft. Wie eine naturnähere Gestaltung der Uferhabitate die biologische Vielfalt an künstlichen Abgrabungsgewässern erhöhen kann, fasst diese Broschüre des Projekts BAGGERSEE zusammen.
Projekte

Baggersee

Zusammenarbeit von Fischereiforschenden und VertreterInnen aus der Anglerschaft in Niedersachsen mit dem Ziel, durch lebensraumverbessernde Maßnahmen die Artenvielfalt, die Angelfischerei und den Nahrholungswert in kleinen Baggerseen zu fördern.  
Ansprechpersonen
Robert Arlinghaus
Abteilung(en)
(Abt. 4) Biologie der Fische, Fischerei und Aquakultur
Beginn
06/2016
Ende
05/2022
Themenbereiche

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