Blitzlicht
Nadja Neumann

Biologische Vielfalt könnte helfen, Umweltveränderungen abzufedern

Ein Forschungsteam mit Rita Adrian analysierte Langzeitdaten zum Phytoplankton aus 19 ganz unterschiedlichen aquatischen Ökosystemen, um die kausalen Verbindungen und komplexen Rückkopplungen zwischen Biodiversität, Ökosystemfunktionen und Umweltfaktoren zu verstehen. Die Studie wurde in Nature Communications veröffentlicht.

Komplexe Wechselwirkungen in Gewässern sind schwer zu entschlüsseln. | Foto: Michael Feierabend

Die Biodiversität verändert sich und damit auch die Ökosystemfunktionen. Ein wichtiger Zusammenhang, doch es ist nach wie vor schwierig, komplexe Wechselwirkungen in natürlichen Ökosystemen zu entschlüsseln.

Ein internationales Forschungsteam analysierte langfristige Zeitreihendaten (16-41 Jahre) aus 19 aquatischen Ökosystemen auf der ganzen Welt mithilfe einer neuen Kausalitätsanalyse, dem Cross-Convergent Mapping (CCM). Damit quantifizierten sie die wichtigsten Wechselwirkungen zwischen der Diversität des Phytoplanktons, der Gesamtbiomasse des Phytoplanktons als Ökosystemfunktion und verschiedenen Umweltfaktoren wie der Temperatur und dem Nährstoffgehalt.

In nährstoffarmen Seen gilt für das Phytoplankton: höhere Diversität gleich mehr Biomasse

Durch den systemübergreifenden Vergleich ließen sich makroökologische Muster erkennen: In vielfältigeren, nährstoffarmen Seen war die biologische Vielfalt des Phytoplanktons eine wichtigere Triebkraft für dessen Biomasse als Umwelteinflüsse wie Nährstoffe und Temperatur. Dieser Effekts war jedoch in warmen und nährstoffreichen Seen wesentlich schwächer.

Ergebnisse bekräftigen Wichtigkeit der Biodiversität

Auch zeigte sich, dass der Einfluss der Biodiversität auf Nährstoffe und Phytoplanktonbiomasse stärker war, als die entsprechenden Rückkopplungen. „Diese Ergebnisse sind ein weiterer Baustein für den Nachweis, welche entscheidende Rolle die Biodiversität für Ökosysteme spielt“, stellt Rita Adrian fest.

Der in dieser Studie vorgeschlagene neue Rahmen soll es ermöglichen, die Auswirkungen von Umweltveränderungen und dem Verlust der biologischen Vielfalt auf Ökosysteme besser zu bewerten. Wichtig ist auch, dass die Ergebnisse einen umfassenderen und integrierten Ansatz für das Management wichtiger Ökosystemfunktionen und natürlicher Ressourcen in verschiedenen Arten von Ökosystemen bieten.

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Ansprechpersonen

Rita Adrian

Abteilungsleiterin (Emeritus)
Forschungsgruppe
Langzeit- und Klimafolgenforschung von Seen

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