Blitzlicht
Johannes Graupner

Mikroplastik-Verschmutzung: Forschende empfehlen Prävention und Monitoring

IGB gibt Feedback zum EU Call for Evidence
In ihrer Rückmeldung an die EU betonen die IGB-Forschenden die hohe Bedeutung von Süßwasserökosystemen für Natur und Gesellschaft. Binnengewässer gehören jedoch zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen in Europa und weltweit. In diesem Zusammenhang ist die Verschmutzung durch Mikroplastik (MP) und Submikroplastik (SMP) ein neuer und stetig zunehmender Umweltstressor, der Anlass zu großer Sorge gibt. Aus forschungsbasierter Sicht betonen die IGB-Wissenschaftler*innen, dass eine verbesserte EU-Politik zur wirksamen Verhinderung und Eindämmung der MP- und SMP-Emissionen in die Umwelt dringend erforderlich ist. Ein harmonisiertes EU-weites Monitoring würde das Gewinnen von wichtigem Wissen zu diesem Thema fördern und eine nachhaltige Politikgestaltung direkt unterstützen.

Das Bild zeigt Nanoplastik in simuliertem natürlichem Oberflächenwasser, das von natürlichen organischen Stoffen bedeckt wird. I Foto: Fazel Abdolahpur Monikh

Einmal in die Ökosysteme gelangt, ist eine Entfernung von MP und SMP praktisch unmöglich. Die direkte Vermeidung an der Quelle sollte daher Vorrang haben, nicht kostspielige End-of-Pipe-Lösungen. Angesichts des hohen ökologischen und gesundheitlichen Risikos langfristiger MP- und SMP-Emissionen sollten die derzeitige Praxis verbessert und eine klare und konsequente EU-Politik verfolgt werden, insbesondere im Hinblick auf die eigenen EU-Umweltziele. Besondere Aufmerksamkeit muss auch den indirekten negativen Auswirkungen von Kunststoffen gewidmet werden, wie z. B. der Förderung der Entwicklung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzgenen, die der Gesundheit von Mensch und Umwelt gleichermaßen schaden können.

Das vollständige Feedback des IGB (auf Englisch) kann direkt von der EU-Website heruntergeladen werden.

Ansprechpersonen

Stephanie Spahr

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Organische Schadstoffe

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