Blitzlicht
Nadja Neumann

Lebendige Nacht: Jeder Schnappschuss zählt!

Der Meldemarathon zur Earth Night am 23. September 2022
Die Nacht ist zum Schlafen da? Nicht für alle Lebewesen: Über die Hälfte aller Tiere ist während der Dämmerung oder in der Nacht aktiv. Diesem verborgenen Leben gehen das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), der Verein StadtNatur und das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) den ganzen September mit der Aktion „Lebendige Nacht“ auf die Spur. Während der Earth Night vom 23. auf den 24. September sollen in ganz Deutschland mindestens tausendundeine Wildtierbeobachtung vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiver Tierarten wie Dachs, Fledermaus oder Fuchs gesammelt werden.

Dieser Lindenschwärmer zeigt, wie faszinierend und schön Nachtfalter sein können. | Foto: Ian Lindsay auf Pixabay

„Mit dieser Aktion wollen wir auf die dunkle, meist unbemerkte Hälfte des Tages, ihre Bedeutung und die Schönheit ihrer Lebewesen aufmerksam machen“, sagt Franz Hölker, der am IGB die Projekte zur Erforschung der Lichtverschmutzung leitet.

Über die Hälfte der Tiere macht die Nacht zum Tag

Ob Fledermaus, Dachs, Igel oder einer der wunderschönen Nachtfalter – die dunkle Hälfte des Tages hat einige spannende Tiere zu bieten. Darunter sind Arten, die wir nur selten entdecken können, wie Eulen oder Sieben- und Gartenschläfer. Aber auch Lebewesen, an denen wir oft achtlos vorbeigehen. Mehr als die Hälfte aller Tierarten sind dämmerungs- oder nachtaktiv. Da wir Menschen überwiegend am Tag aktiv sind, entgeht uns so ein faszinierender Teil der biologischen Vielfalt. Und so ist auch kaum jemandem bewusst, dass viele nächtliche Insekten einen großen Anteil der Bestäubung unserer Pflanzen übernehmen.

Der Verlust der Nacht

Der Lebensraum dieser Tiere – die Nacht, oder genauer die dunkle Nacht – ist ein bedrohtes und weltweit immer selteneres Gut. Durch immer mehr künstliche Beleuchtung verschwindet die natürliche Dunkelheit und das bringt einige Organismen in Schwierigkeiten. Zu viel künstliches Licht in der Atmosphäre, die sogenannte Lichtverschmutzung, wirkt sich negativ auf Tiere, Pflanzen und auch auf uns Menschen aus. Viele Studien weisen darauf hin, dass Lichtverschmutzung Krebskrankheiten und psychische Erkrankungen fördern kann. Neben der intensiven Landwirtschaft und Pestiziden trägt sie auch zum Insektensterben bei. Sogar Pflanzen brauchen den Wechsel von Licht und Dunkelheit: Stadtbäume, die künstlichem Licht ausgesetzt sind, bilden im Frühling zu früh Blätter und werfen sie im Herbst zu spät ab. Dies kostet viel Energie und schadet so den Bäumen langfristig.

Earth-Night-Marathon: Eintausend und eine Nacht(Beobachtung)

Mit vereinten Kräften wollen wir es schaffen, zur Earth Night 2022 (vom 23. auf den 24. September) mindestens 1.001 Meldungen zu sammeln. Die helfen uns herauszufinden, welche Tiere sich ins „Scheinwerferlicht“ trauen und welche nicht. Darüber hinaus können Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland noch bis zum 30. September Sichtungen von nacht- und dämmerungsaktiven Arten melden. Meldungen mit Foto sind besonders hilfreich, aber jede Meldung zählt!

Schnappschuss gemacht? Dann gibt’s etwas zu gewinnen!

Wer Sichtungen mit Bild meldet, kann zudem an einem Fotowettbewerb teilnehmen. Egal ob Handy-Schnappschuss, Wildkameraaufnahme oder hochauflösendes Foto – für spannende, witzige, schöne oder ungewöhnliche Bilder gibt es Preise zu gewinnen. Wer gewinnt, entscheiden auch die Teilnehmenden.

Hier finden sich alle Informationen zur Aktion >

Ansprechpersonen

Sarah Kiefer

Projektkoordinator*in
Forschungsgruppe
Lichtverschmutzung und Ökophysiologie

Sophia Kimmig

Projektkoordinator*in
Forschungsgruppe
Lichtverschmutzung und Ökophysiologie

Seite teilen