(Abt. 5) Evolutionäre und Integrative Ökologie

Die Abteilung für Evolutionäre und Integrative Ökologie ist sowohl in Friedrichshagen als auch in Dahlem angesiedelt und fördert das öko-evolutionäre Verständnis von Süßwasserorganismen im Anthropozän. Unsere Forschung hat zwei übergreifende Themen:

  • Evolutionsökologie und öko-evolutionäre Dynamiken
  • Synthese über unterschiedliche Skalen, Forschungsfelder und Akteure hinweg

Innerhalb dieser Themenbereiche befassen wir uns mit verschiedenen Fragen, die von den ökologischen und evolutionären Folgen des globalen Wandels (z.B. biologische Invasionen, Klimawandel, Umweltschadstoffe) zu Artinteraktionen und langfristigen Dynamiken reichen. Urbane Systeme sind dabei von besonderer Bedeutung, da sie viele Dimensionen des globalen Wandels in sich vereinen. Zu den von uns untersuchten Artinteraktionen gehören Konkurrenz, Parasitismus und Räuber-Beute-Beziehungen. Auch Interaktionen zwischen Organismen und menschlichen Akteuren sind in unserer Forschung von großer Bedeutung.

Wir arbeiten mit Forschenden innerhalb und außerhalb des IGB zusammen, national und international. Besonders enge Verbindungen bestehen zur Freien Universität Berlin und zur KU Leuven, da Abteilungsmitglieder Professuren an diesen Universitäten innehaben. Wir engagieren uns zudem im Berlin-Brandenburgischen Institut für Biodiversitätsforschung (BBIB) und leiten das Berliner Zentrum für Genomik in der Biodiversitätsforschung (BeGenDiv), beides in enger Zusammenarbeit mit anderen Leibniz-Instituten und Universitäten. International engagieren wir uns unter anderem in der Alliance for Freshwater Life (AFL), Future Earth und der International Union for Conservation of Nature (IUCN).

Ansprechpersonen

Forschungsgruppen

Lynn Govaert
Jonathan Jeschke

Abteilungsmitglieder

Ausgewählte Publikationen

Dezember 2022
Ecological Applications. - 32(2022)8, Art. e2703

Urban biotic homogenization: approaches and knowledge gaps

Sophie Lokatis; Jonathan M. Jeschke

Biotische Homogenisierung in Städten gilt als globales Phänomen. Die Autor*innen analysierten die Literatur zu dieser Hypothese. Sie identifizierten 225 relevante Studien. Etwa die Hälfte untersuchte Homogenisierung zwischen Städten, die andere Hälfte innerhalb von Städten. Die Forschungsliteratur ist sehr ungleich verteilt und etwa 55% der Studien unterstützten die Hypothese.

November 2022
Ecological monographs. - 92(2022)4, Art. e1531

Quantifying eco-evolutionary contributions to trait divergence in spatially structured systems

Lynn Govaert; Jelena H. Pantel; Luc De Meester

Die Autor*innen erweiterten die Methoden zur Quantifizierung ökologischer u. evolutionärer Beiträge zu Merkmalsveränderungen, um empirischen Studien Rechnung zu tragen, die eine Merkmalsdifferenzierung zwischen räumlich strukturierten Populationen dokumentieren.

September 2022
eLife. - 11(2022), Art. e70780

The LOTUS initiative for open knowledge management in natural products research

Adriano Rutz; Maria Sorokina; Jakub Galgonek; Daniel Mietchen; Egon Willighagen; Arnaud Gaudry; James G. Graham; Ralf Stephan; Roderic Page; Jiří Vondrášek; Christoph Steinbeck; Guido F. Pauli; Jean-Luc Wolfender; Jonathan Bisson; Pierre-Marie Allard

Hier wurden Daten über Naturstoffe und deren Vorkommen in verschiedenen Arten integriert, mit Literaturreferenzen versehen und als eigenständige Datenbank sowie via Wikidata verfügbar gemacht. Die Datenbank ermöglicht Anfragen zu Beziehungen zwischen Chemikalien, Taxa und Publikationen, und die Integration mit Wikidata erlaubt die Kombination mit anderen Daten.

September 2022
Global Change Biology. - 28(2022)19, 5667-5682

Urban affinity and its associated traits: a global analysis of bats

Janis M. Wolf; Jonathan M. Jeschke; Christian C. Voigt; Yuval Itescu

Die Autoren entwickelten Indizes, um die Stadtaffinität von Arten unter Verwendung öffentlich zugänglicher Daten zu deren Vorkommen zu quantifizieren und bewerteten die Leistungsfähigkeit dieser Indizes anhand eines globalen Datensatzes von Fledermäusen. Die Ergebnisse zeigen, dass einfache Indizes geeignet sind, um die Stadtaffinität von Arten quantitativ abzuschätzen.

August 2022
PLoS Biology. - 20(2022)8, Art. e3001729

The EICAT+ framework enables classification of positive impacts of alien taxa on native biodiversity

Giovanni Vimercati; Anna F. Probert; Lara Volery; Ruben Bernardo-Madrid; Sandro Bertolino; Vanessa Céspedes; Franz Essl; Thomas Evans; Belinda Gallardo; Laure Gallien; Pablo González-Moreno; Marie Charlotte Grange; Cang Hui; Jonathan M. Jeschke; Stelios Katsanevakis; Ingolf Kühn; Sabrina Kumschick; Jan Pergl; Petr Pyšek; Loren Rieseberg; Tamara B. Robinson; Wolf-Christian Saul; Cascade J.B. Sorte; Montserrat Vilà; John R.U. Wilson; Sven Bacher

Das IUCN Environmental Impact Classification for Alien Taxa (EICAT) ist ein globaler Standard zur Bewertung der negativen Auswirkungen gebietsfremder Arten auf die Biodiversität. Ergänzend dazu wurde nun EICAT+ entwickelt, das fünf semiquantitative Szenarien verwendet, um positive Auswirkungen gebietsfremder Arten auf die Biodiversität zu klassifizieren.

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