Gewässerökosysteme

Gewässerökosysteme bieten eine besonders große Vielfalt an unterschiedlichen Lebensbedingungen, Pflanzen- und Tierarten. Ob Waldtümpel, Gebirgsfluss oder großflächiger See – je nach Gewässertyp spielen andere Interaktionen zwischen den darin lebenden Organismen eine Rolle. Wir erforschen diese komplexen Prozesse und Wechselwirkungen, darunter Primärproduktion, Evolution, Nahrungsnetze oder die Interaktionen zwischen Parasiten und ihrem Wirt.

Ökosysteme dienen jedoch nicht nur als Lebensraum, sondern werden auch vom Menschen als Quelle verschiedener Ressourcen genutzt und heute zunehmend von uns beeinflusst und geformt. Deshalb betrachten wir Mensch und Ökosystem nicht isoliert, sondern in einem integrierten Ansatz. Für welche Leistungen nutzen wir Ökosysteme, und wie lassen sich diese quantifizieren? Die Antworten auf diese und weitere Fragen sollen ein tieferes Verständnis von Ökosystemen und ihrer Bedeutung für uns Menschen ermöglichen.

Publikationen zum Thema

Januar 2024
Journal of Applied Ecology. - XX(2024)XX, XX-XX

Perspectives in modelling ecological interaction networks for sustainable ecosystem management

Pierre Quévreux; Ulrich Brose; Núria Galiana; Anton Potapov; Élisa Thébault; Morgane Travers-Trolet; Sabine Wollrab; Franck Jabot

Die Studie bietet Perspektiven für den Einsatz von Netzwerkmodellen zur Beantwortung einer Vielzahl angewandter ökologischer Fragen entlang räumlicher und zeitlicher Dimensionen sowie zu Wechselwirkungen zwischen abiotischen und biotischen Komponenten von Ökosystemen. Durch interdisziplinäre Forschung könnten Netzwerkmodelle wichtige Hebel für ein nachhaltiges Management bieten.

Januar 2024
Water Research. - 250(2024), Art. 121065

Environmental DNA, hydrochemistry and stable water isotopes as integrative tracers of urban ecohydrology

Maria Magdalena Warter; Dörthe Tetzlaff; Ann-Marie Ring; Jan Christopher; Hanna L. Kissener; Elisabeth Funke; Sarah Sparmann; Susan Mbedi; Chris Soulsby; Michael T. Monaghan

Die Autor*innen untersuchten die Variabilität von planktischen Bakterien u. benthischen Kieselalgen in Verbindung mit Erkenntnissen aus der Hydrochemie u. stabilen Wasserisotopen in 4 Fließgewässern in Berlin. Das DNA-Metabarcodierung zeigt eine räumlich-zeitliche Variabilität der mikrobiellen Vielfalt in den Fließgewässern, mit klarem Link zu abiotischen Faktoren u. Nährstoffkonzentrationen.

November 2023
Global Change Biology. - 30(2024)1, e17013

Lake browning counteracts cyanobacteria responses to nutrients: Evidence from phytoplankton dynamics in large enclosure experiments and comprehensive observational data

Anne Lyche Solheim; Hege Gundersen; Ute Mischke; Birger Skjelbred; Jens C. Nejstgaard; Alexis L. N. Guislain; Erik Sperfeld; Darren P. Giling; Sigrid Haande; Andreas Ballot; S. Jannicke Moe; Susanne Stephan; Tim J. W. Walles; Andreas Jechow; Laetitia Minguez; Lars Ganzert; Thomas Hornick; Truls Hveem Hansson; Cleo N. Stratmann; Marko Järvinen; Stina Drakare; Laurence Carvalho; Hans-Peter Grossart; Mark O. Gessner; Stella A. Berger

Die Studie kombiniert ein Großenclosureexperiment mit einer umfassenden Zeitreihe u. einer Feldstudie, um die Auswirkungen sturmbedingter Verbraunung, Nährstoffanreicherung u. tiefer Durchmischung von Seen auf die Phytoplanktongemeinschaft zu bestimmen. Verbraunung verringert die Auswirkungen von Nährstoffen u. verschiebt die Artenzusammensetzung von Cyanobakterien zu mixotrophen Cryptophyten.

Juli 2023
Scientific Data. - 10(2023) Art. 494

Flow dynamics in rivers with riffle-pool morphology: a dataset from case studies and field experiments

Oleksandra O. Shumilova; Alexander N. Sukhodolov

Riffle-Pool-Sequenzen erbringen lebenswichtige ökologische Leistungen für Wasserorganismen und gelten als grundlegende Lebensräume in Fließgewässern. Über die Hydrodynamik von Riffle-Pools ist nur wenig bekannt. In der Studie wird ein Datensatz über die turbulente Strömungsstruktur in Riffle-Pool-Sequenzen eines natürlichen Flusses, des Tagliamento in Italien, vorgestellt.

Juni 2023
Diversity and Distributions. - XX(2023)XX, XX

The European freshwater landscape and hotspot areas of mass effects and regional connectivity

David Cunillera-Montcusí; Jordi Bou; Thomas Mehner; Sandra Brucet; Matías Arim; Ana I. Borthagaray

Die Autor*innen identifizierten nördliche Regionen Europas mit lentischen Ökosystemen als Quellen, die wichtigsten europäischen Flüssen als ökologische Korridore für alle Süßgewässer, sowie eine Mischung aus lentischen und lotischen Systeme in südlichen und mediterranen Ökoregionen als Vernetzungs-Hotspots.

Projekte zum Thema

Downloads zum Thema

Outlines | IGB Dossier: Kleine Stillgewässer. Hotspots der Biodiversität – besonders wertvoll, aber stark bedroht

Übersehen und unterschätzt werden kleine Stillgewässer aufgrund ihrer geringen Größe – dabei machen sie insgesamt mehr als 30 Prozent der weltweiten Fläche von Binnengewässern aus und sind von großer ökologischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Um für dieses Problem zu sensibilisieren und Handlungsoptionen für Politik, Behörden und Zivilgesellschaft aufzuzeigen, hat das IGB ein Dossier zu diesem wichtigen Gewässertyp veröffentlicht.

Expert*innen zum Thema

Stella A. Berger

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Phytoplanktonökologie

Sabine Hilt

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Aquatisch-terrestrische Kopplung und Regimewechsel

Sonja Jähnig

Abteilungsleiter*in
Forschungsgruppe
Aquatische Ökogeographie

Jan Köhler

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Photosynthese und Wachstum von Algen und Makrophyten

Thomas Mehner

Vize-Direktor
Forschungsgruppe
Nahrungsnetze und Fischgemeinschaften

Justyna Wolinska

Programmbereichssprecher*in
Forschungsgruppe
Evolutionsökologie von Krankheiten

Sabine Wollrab

Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe
Theoretische Ökologie

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